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14.11.2008
Münchner Infineon Mitarbeiter protestieren gegen Tarifflucht

Als Reaktion auf Infineons am Mittwoch bekannt gegebene tarifliche Geisterfahrt diskutieren Betriebsräte und IG Metall seit Donnerstag, wie sie weiter vorgehen wollen. Die Beschäftigten werden in außerordentlichen Betriebsversammlungen informiert. Im Campeon gab es am Freitag anschließend eine Protestaktion: Der Tarifvertrag wurde symbolisch im Teich versenkt.

Symbolische Rettungsaktion:
(Fotos zum Vergrößern anklicken)

Verständlicherweise war der Andrang groß, als Betriebsrat und IG Metall die Beschäftigten darüber informierten, was Infineons Austritt aus dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (VBM) für sie bedeutet: Schutz und Sicherheit des Flächentarifvertrags gehen verloren; die Arbeitsbedingungen werden nur noch auf betrieblicher Ebene ausgehandelt, potenzieller Willkür des Arbeitgebers Tür und Tor geöffnet.

Trübe Aussichten...

An erster Stelle steht in diesem Zusammenhang für die Beschäftigten der Entzug der nach dem Pilotabschluss in Baden-Württemberg zu erwartenden Entgelterhöhung. Sie soll, wie bereits unumwunden angekündigt (siehe Geisterfahrer mit Vollgas unterwegs): "Damit wird es im laufenden Geschäftsjahr für die Tarifmitarbeiter keine Gehaltserhöhung geben." Das sind trübe Aussichten, denn natürlich ist auch völlig offen, wie es denn im nächsten Jahr damit aussieht, und allen darauf folgenden.

... die nur organisiert zu aufzuhellen sind

Im Campeon war diese Perspektive unverkennbar allen Teilnehmern der Betriebsversammlung bewusst - und sie sind mehr als unzufrieden mit diesem Schritt ihres Arbeitgebers. Bei einer kurzfristig geplanten anschließenden Protestaktion versammelten sich mehrere Hundert von ihnen vor dem Gebäude, wo der IG Metall-Betriebsbetreuer Martin Kimmich in einer kurzen Ansprache nochmals klarmachte: Die Tarifflucht kann nur aufgehalten werden, wenn eine breite betriebliche Basis sich dafür starkmacht. Ziehen sich die Beschäftigten ins Schneckenhaus zurück, ist ihnen kaum zu helfen - organisieren sie sich gemeinsam mit der IG Metall, besteht zumindest eine Chance, den Betrieb zurück in den VBM zu bringen.

Tarifvertrag an Land gezogen

Unter lautstarkem Applaus der Menge versenkten einige der Beschäftigten zum Ende der Aktion symbolisch den Tarifvertrag im See vor dem Campeon - um ihn anschließend gemeinsam wieder herauszuziehen und so vor dem endgültigen Untergang zu retten. Es bleibt zu hoffen, dass ihnen dies auch mit dem 'echten' Tarifvertrag gelingt, den Infineon am Mittwoch über Bord geworfen hat.

Nacht- und Nebelaktion

Auf der Kundgebung sagte Martin Kimmich, Gewerkschaftssekretär der IG Metall München: „Was man den Arbeitnehmer/-innen bei Infineon zumutet wird das Unternehmen nicht von seinen Problemen befreien. Es ist empörend, dass sich der Konzern in einer Nacht- und Nebelaktion aus der Verantwortung gegenüber den Beschäftigten stehlen will.“ erklärt Kimmich „Die IG Metall wird diesen Zustand nicht zulassen, wenn sie das Mandat der Belegschaft hat. Die Beschäftigten haben heute gezeigt, wie wichtig ihnen die tariflich abgesicherten Arbeitsbedingungen sind“

 

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Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

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