(Pressedienst 18 / 2008) Die Tarifparteien des bayerischen Kfz-Handwerks haben sich in der zweiten Verhandlungsrunde in München auf ein Ergebnis verständigt, das den Beschäftigten deutlich mehr Geld bringt.
Demnach bekommen die Beschäftigten der Branche in Bayern für den Monat April 2008 eine Einmalzahlung von EUR 75,00. Ab 1.5.2008 erhöhen sich die Vergütungen um 2,5 Prozent. Ab 1.1.2009 erhöhen sich die Vergütungen um weitere 2,0 Prozent und ab dem 1.1.2010 noch einmal um 2,0 Prozent. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von insgesamt 25 Monaten bis Ende April 2010.
Die Vergütung der Auszubildenden wird zum 01.09.2008 um 3,25 Prozent und am 01.09.2009 um weitere 3,25 Prozent erhöht.
Alle im Jahr 2007 vom Verband des KFZ Gewerbes und dem Landesinnungsverband des bay. KFZ Technikerhandwerks gekündigten Tarifverträge werden, bis auf die in den Verhandlungen vereinbarten Änderungen, zwischen den Vertragspartnern unverändert wieder in Kraft gesetzt. Das bedeutet z. B., dass es keine Einschnitte beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld geben wird, wie dies die Arbeitgeber gefordert hatten. Auch die Wochenarbeitszeit bleibt unverändert.
Ludwig Huber, Verhandlungsführer der IG Metall Bayern wertet das Ergebnis als Erfolg: "Die dreistufige Entgelterhöhung bringt den Beschäftigten bis April 2010 insgesamt 6,5 Prozent mehr Geld. Das kann sich sehen lassen. Alle geforderten Einschnitte bei Urlaub- und Weihnachtsgeld konnten wir erfolgreich verhindern."
„Die Warnstreiks der IG Metall haben Wirkung gezeigt“, so Huber weiter. In den vergangenen Wochen hatten sich mehr als 4.000 Beschäftigte an den Warnstreiks und Aktionen der IG Metall beteiligt. Zudem waren in den letzten Monaten tausende von Beschäftigten neu Mitglied der IG Metall geworden. "Durch den Druck der Beschäftigten ist es uns gelungen, den Angriff der Arbeitgeber auf unsere Tarifverträge abzuwehren."
Im bayrischen Kfz-Gewerbe arbeiten ca. 50.000 Arbeitnehmer und 7.000 Auszubildende. Formal gilt der neu geschlossene Tarifvertrag zunächst nur für die ca. 15.000 Beschäftigte in den 350 Betrieben, die Mitglied im Tarifträgerverein sind.
Ludwig Huber: „Die IG Metall Bayern wird sich nun die Betriebe vornehmen, die bislang nicht Mitglied in diesem Tarifträgerverein sind und somit keine aktuelle Tarifbindung aufweisen. Für diese Betriebe gilt demzufolge auch keine Friedenspflicht nach dem Tarifvertragsgesetz.“


