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16.08.2007
Strafanzeige gegen Wolf Automation in Helmstadt

Die Wolf Automation GmbH aus Helmstadt bei Würzburg mit 33 Mitarbeitern produziert unter anderem Förderbänder für die Automobilindustrie. Die IG Metall Verwaltungsstelle Würzburg hat nun im Auftrag ihrer Mitglieder Strafanzeige wegen möglicher Insolvenzverschleppung gegen den Geschäftsführer, Arne O. Fehrlage gestellt.

Mit dieser, nicht üblichen Vorgehensweise sieht die IG Metall Verwaltungsstelle die letzte Möglichkeit, die Geschäftsführung für die problematische Situation der Fa. Wolf verantwortlich zu machen.

 

Nach Ansicht der IG Metall Verwaltungsstelle hätte der am 24. Mai 2007 vom Wolf-Geschäftsführer Arne Fehrlage gestellte Insolvenzantrag sehr viel früher gestellt werden müssen. Aufgrund des vorliegenden Gutachtens des vorläufigen Insolvenzverwalters Grauer überstiegen bereits Ende August 2006 „die kurzfristigen Verbindlichkeiten der Fa. Wolf Automation GmbH die kurzfristig realisierbaren liquiden Mittel “, so dass „spätestens zum 31.08.2006 Zahlungsunfähigkeit der Fa. Wolf Automation GmbH“ gegeben war – als fast 9 Monate bevor die Geschäftsleitung dann den Insolvenzantrag stellte.

 

Vertrauen der Beschäftigten schwindet

Die Beschäftigten haben schon lange kein Vertrauen mehr in „ihre“ Geschäftsleitung. So wurden z.B. in der Vergangenheit von der Geschäftsführung Termine und Zusagen nicht mehr eingehalten, Buchungsvorgänge waren vor Ort nicht mehr einsehbar und sozialversicherungspflichtige Beiträge, die abgerechnet wurden, nicht mehr an die Sozialversicherungsträger abgeführt.

 

Die Geschäftsführung selbst ließ sich - trotz der brisanten Situation - mehrere Wochen lang nicht mehr im Betrieb blicken.

 

Der Vertrauensverlust führte zu einer erheblichen Reduzierung der Mitarbeiterzahl mit dem Ergebnis, dass wichtige Arbeitsbereiche seit Februar / März 2007 nicht mehr besetzt waren. Aufgrund der finanziellen Situation können diese Stellen auch jetzt nicht mehr kurzfristig durch den Insolvenzverwalter nachbesetzt werden.

 

Bereits im Vorfeld der Insolvenz war es zu erheblichen Zahlungsrückständen gekommen. Löhne und Gehälter wurden erst mit erheblichem Zeitverzug gezahlt, die Auslagen der Monteure, die teilweise mehrere Hundert Euros betrugen, wurden nicht abgerechnet.

 

Nachdem die Geschäftsführung ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachgekommen ist, ein ordentlicher Betriebsablauf nicht mehr gewährleistet war und potentielle Auftraggeber es abgelehnt hatten, weiter mit der Geschäftsführung zusammenzuarbeiten, sah die IG Metall Verwaltungsstelle Würzburg als letzten Weg in Vertretung ihrer Mitglieder, einen Insolvenzantrag zu stellen.

 

Dieser Vorgehensweise kam Geschäftsführer Fehrlage mit dem Insolvenzantrag vom 24. Mai 2007 zuvor.

 

 

Undurchsichtiges Firmengeflecht
Das Studio Franken des Bayerischen Rundfunks hat sich mit der Geschichte der Firma Wolf Automation befasst und herausgefunden, dass Wolf Automation zuletzt ein Unternehmensteil der Bendler AG mit Sitz in Bielefeld war. Am 1.1.2006 war Wolf Automation von der Vincero Holding mit Sitz in Bielefeld übernommen worden. Geschäftsführer dieser Holding ist laut der Betriebsratsvorsitzenden Christa Schwab ebenfalls Fehrlage. Zum Zeitpunkt der Übernahme waren noch 59 Mitarbeiter bei Wolf Automation beschäftigt.

 

Betriebsrat: Auftragsbücher sind voll

Laut der Betriebsratsvorsitzenden hat bereits der dritte potenzielle Investor abgesagt. "Wir sehen keine großen Chancen mehr, dass ein Investor kommt, obwohl wir bis September noch volle Auftragsbücher haben und Auftraggeber gerne weitere Förderanlagen ordern würden", sagte Schwab gegenüber dem BR.

 

Über das Vermögen der Fa. Wolf Automation GmbH wurde mit Beschluss des Amtsgerichts –Insolvenzgerichts- Würzburg am 29.05.2007 das vorläufige Insolvenzverfahren und mit Beschluss vom 01.08.2007 das Insolvenzverfahren eröffnet.

 

Hohe Verbindlichkeiten

Walter Mann, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Würzburg sprach gegenüber der Main-Post auf der Basis des Gutachtens von Verbindlichkeiten an Lieferanten und Dienstleister in Höhe von 4,46 Millionen Euro. Dazu kämen noch 200 000 Euro Verfahrenskosten für den Sozialplan, die Kosten für den Sozialplan selber und weitere Forderungen von Gläubigern die derzeit noch nicht bekannt sind. Die Gläubiger haben noch bis zum 30. September Zeit ihre Forderungen geltend zu machen.

 

Dem gegenüber stünden mögliche Forderungen des Insolvenzverwalters an den früheren Eigentümer, die Firma Bentler AG in Höhe von bis zu 1,7 Millionen Euro, sowie Forderungen an Kunden in Höhe von ca. 1 Millionen Euro. Einschließlich Bankguthaben und anderen Aktiva könne sich die zu erwartende Summe auf bis zu vier Millionen Euro belaufen, erklärte Mann gegenüber der Main-Post.

 

 

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