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22.08.2008
Gewerkschaften und Schaeffler KG unterzeichnen gemeinsame Erklärung

Im Zusammenhang mit dem Einstieg der Schaeffler KG bei der Continental AG haben am heutigen Freitag die Gewerkschaften IG Metall und IG BCE mit der Schaeffler KG eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Darin macht die Schaeffler KG umfangreiche Zusagen an die Arbeitnehmervertreter und erklärt, dass keine Arbeitsplätze durch den Einstieg gefährdet seien.

„Die Erklärung kann als Zeichen gewertet werden, dass der neue Großaktionär bemüht ist, einen kooperativeren Stil mit den Beschäftigten, Betriebsräten und Gewerkschaften anzustreben“, sagte Hartmut Meine, Aufsichtsratsmitglied der Continental AG und IG Metall Bezirksleiter in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

„Die in sieben Punkten gemachten Zusagen bieten sicherlich keinen absoluten Schutz,“ so Hartmut Meine weiter, „aber sie minimieren die Risiken und sind ein Rahmen in künftigen Auseinandersetzungen.“ Es dürfte das erste Mal sein, dass ein Unternehmen im Kontext einer Beteiligung an einem Aktienkonzern mit den Gewerkschaften eine Vereinbarung schließt.

In der gemeinsamen Erklärung bestätigt Schaeffler die bestehenden Vereinbarungen, Regelungen und Tarifverträge zwischen der Continental AG und den Betriebsräten sowie den Gewerkschaften.

Schaeffler werde ohne Zustimmung des Vorstands der Continental AG nicht darauf hinwirken, die bestehenden Flächentarifverträge der IG BCE und der IG Metall sowie die Mitgliedschaft in den tarifgebundenen Arbeitgeberverbänden der einzelnen Standorte in Frage zu stellen.

Diese Regelungen gelten unbefristet und können frühestens 2014 gekündigt werden. Schaeffler kündigt in der gemeinsame Erklärung an, man werde mit den Arbeitnehmervertretern eng zusammenarbeiten, um im gemeinsamen Interesse den Wert der Continental AG nachhaltig und langfristig zu steigern sowie das Unternehmen mit aller Energie weiter zu entwickeln.

 

"Arbeitnehmer weinen Herrn Wennemer keine Träne nach"

Zum Rücktritt des Continental-Vorstandsvorsitzenden Manfred Wennemer verwies Hartmut Meine auf die massiven Auseinandersetzungen um den Erhalt von Arbeitsplätzen und Standorten: „In den letzten Jahren hat es zahlreiche und heftige Konflikte mit Herrn Wennemer gegeben. Die Interessen der Beschäftigten wurden häufig mit Füßen getreten, insofern weinen die Arbeitnehmer Herrn Wennemer keine Träne nach." Ein kompetenter Nachfolger ist gut beraten, mit den Gewerkschaften und Betriebsräten konstruktiv zusammenzuarbeiten.

Hier bieten sich neue Chancen für die Arbeitnehmer bei Conti und das Unternehmen." Ein Nachfolger für Manfred Wennemer soll möglicherweise schon bei der außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates am Samstag bestimmt werden. 

 

Berthold Huber fordert mehr Rechte für Arbeitnehmer

Der Vorsitzende der IG-Metall, Berthold Huber, hat im Zusammenhang mit dem Übernahmestreit zwischen Schaeffler und Continental mehr Rechte für Arbeitnehmer gefordert. „Wir brauchen eine erweiterte Mitbestimmung bei grundlegenden Entscheidungen wie Fusionen, Übernahme der Kontrollmehrheit oder Standortverlagerung“, sagte Huber der „Frankfurter Rundschau“.

Es nannte es positiv, dass nach dem Einstieg von Schaeffler bei dem Autozulieferer Conti „Standorte und Arbeitsplätze gesichert sind“. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass dazu seinerzeit „Conti-Chef Manfred Wennemer bei der Übernahme der Siemenssparte VDO durch Continental nicht bereit“ gewesen ist.

 

Wichtige Garantien für Arbeitnehmer durchgesetzt

Aus Arbeitnehmersicht ist wichtig: Der Continental-Konzern bleibt in seiner Struktur erhalten. Es wird keine Zerschlagung des Unternehmens geben. Der Konzernsitz verbleibt in Hannover. Die Sitze der Zentralen Geschäftsbereiche bleiben erhalten. Die Schaeffler-Gruppe wird nicht auf Stilllegungen von Standorten hinwirken. Die Schaeffler-Gruppe stellt die Flächentarifverträge und die Mitgliedschaft in den Arbeitgeberverbänden nicht in Frage. Es bleibt bei einem paritätischen Aufsichtsrat mit Kapital- und Arbeitnehmervertretern.

Näheres in dem aktuellen Info der IG Metall im Anhang

 

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