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20.10.2009
Lenkradproduktion bleibt in Aschaffenburg

Gestern hatten die Beschäftigten der Takata-Petri AG im Werk I in Aschaffenburg-Schweinheim über 13 Stunden die Arbeit nieder gelegt um gegen die drohende Verlagerung der Lenkradproduktion nach Rumänien zu protestieren. Der Druck brachte den Erfolg: den ganzen Tag wurde verhandelt am späten Abend dann die Einigung: die Lenkradproduktion bleibt in Aschaffenburg!

Proteste brachten den Erfolg:
Takata bleibt!

Feuer - Torblockade - kein Gabelstabler

Ab 6.00 Uhr hatten am Montag die Beschäftigten der Frühschicht die Arbeit niedergelegt und die Werkstore mit Ketten und zwei brennender Stahlfässer blockiert. Dadurch konnten zahlreiche Lastwagen von Kunden stundenlang das Werk nicht erreichen. Ziel der Proteste war es Lieferungen an die Hersteller wie BMW, Audi, Daimler und VW zu verhindern.

Das Feuer in den Fässer hatte einen doppelten Zweck: es wärmt gut an diesem Montagmorgen, mit Temperaturen nahe am Gefrierpunkt und die Fässer sind auch so schwer und heiß, dass sie nicht so einfach bei Seite geschafft werden können.

Die Geschäftsführung rief wegen der Torblockade die Polizei. Bruno Bozem, Chef der Aschaffenburger Polizei versuchte die Gemüter zu beruhigen: "Sie haben durchaus das Recht, Ihr Anliegen zu vertreten, aber es gibt Grenzen."

Die Aufhebung der Blocke durch die Polizei gestaltete sich schwierig: die Beschäftigten wichen nicht vom Werkstor und es fand sich niemand mit Gabelstabler-Führerschein, der die Fässer beiseite hätte schieben können.

Die Polizei öffnete dann die Feuerwehrzufahrt und ließe dort die wartenden LKWs aufs Werksgelände. Da die Beschäftigten alle vor dem Tor standen, wurden die die Laster - unter dem Applaus der Mitarbeiter - von der Werksleitung entladen.

Dem Protest schloss sich ab 13.00 Uhr die Spätschicht an. Insgesamt nahmen über 1.000 Beschäftigte an dem Ausstand teil (siehe auch: in Verbindung stehende News).

Gleichzeitig fanden ab 8:30 Uhr fanden mit Unterbrechungen Gespräche zwischen dem Vorstand der Takata-Petri AG, dem Gesamtbetriebsrat und Betriebsrat sowie der IG Metall statt. Gegen 19:45 Uhr haben sich die Parteien auf ein Eckpunktepapier für einen Interessenausgleich und Sozialplan geeinigt.

Einigung - Arbeitsniederlegung beendet

Das Eckpunktepapier beinhaltet u.a.: Die Beibehaltung der Lenkradproduktion, die Beibehaltung der Logistik, den Erhalt der Aluminiumgießerei und die Zurückstellung der Verlagerung im Bereich der Debitoren/Kreditorenbuchhaltung.

Von dem ursprünglich 335 geplanten Abbau der Arbeitsplätze bleiben nun 207 erhalten. Damit bleiben etwa zwei Drittel der bedrohten Arbeitsplätze in Aschaffenburg. "Wir sind der Meinung, dass das alles ohne Kündigung geht", sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Aschaffenburg, Herbert Reitz, am Dienstag.

Die Parteien haben sich darauf geeinigt, das Instrument der Altersteilzeit zur Steuerung der Personalanpassung zu nutzen. Viele Mitarbeiter seien in einem Alter, in dem sie mit Hilfe der Altersteilzeit das Unternehmen verlassen können, so Reitz. Einzelheiten der Eckpunkte werden in der kommenden Woche ausverhandelt.

Mit Beginn der Nachschicht läuft der Betrieb im Werk I der Takata-Petri AG wieder normal an. Für die Beschäftigten, die an diesem Montag über 13 Stunden an dem Ausstand teilgenommen haben, ist das Ergebnis ein Erfolg.

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