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17.04.2007
"Einfach so am Vorstand vorbei"?

Der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Werner Neugebauer sprach mit dem "Compliance-Magazin" über Siemens, Skandale und Korruption.

Im Interview mit dem Online-Magazin erklärt Neugebauer auf die Frage, ob man in den Chefetagen von Siemens wirklich nichts von Schmiergeldern und Korruption gewusst habe, er könne sich "nicht vorstellen, dass nahezu 400 Millionen Euro am Vorstand der Siemens AG so einfach vorbeimanövriert werden können." Dabei kommt auch der kritische Punkt bei dieser Annahme zur Sprache: "Wenn dies aber doch der Fall sein sollte, dann würde ich sagen, im Vergleich zum Siemens-Vorstand ist eine Bananenrepublik eine transparente Einrichtung."

 

Geld für die AUB, aber nicht für die Mitarbeiter

 

Speziell zur AUB-Affäre weist Neugebauer darauf hin, dass die IG Metall bereits seit Jahren den Verdacht hegt, die AUB werde von Siemens finanziell unterstützt; dass Siemens allerdings Summen in Höhe mehrerer Millionen dafür ausgab, überrascht auch ihn, "zumal das Geschrei immer groß ist, wenn ein Mitarbeiter einmal höher eingruppiert werden soll."

Sollte die Unternehmensspitze tatsächlich nichts von den nun nach und nach zu Tage tretenden Unregelmäßigkeiten gewusst haben, hält Bayerns IG Metall-Chef so etwas wie eine Kultur des vorauseilenden Gehorsams durchaus für vorstellbar - nicht nur bei Siemens, sondern "in vielen anderen Unternehmen auch. Nur eben in einem kleineren Rahmen, und das sind dann eben die kleinen von Pierers und Kleinfelds, die glauben, auf dem Weg nach oben ist alles recht."

 

"Alle 500 Meter eine neue Überraschung"

 

Wenig überrascht zeigt sich Neugebauer darüber, dass im Zuge der nach seiner Einschätzung glaubwürdigen aktuellen "Null Toleranz"-Bemühungen immer wieder neue Verfehlungen bekannt werden: "Ja, so ist das. Wenn Sie mal da das Bohren anfangen ist das genauso, wie bei einer Tiefen-Bohrung in die Erdkruste. Da haben Sie auch alle 500 Meter eine neue Überraschung."

Abschließend betont Neugebauer, dass es über die Bemühungen, tragfähige Lösungen bei Konflikten wie etwa derzeit im Zusammenhang mit Siemens VDO "keinen Deal zwischen der Siemens AG und der IG Metall gibt und gab. [...] Wir haben bisher immer hart verhandelt und wir werden es auch in Zukunft tun. Es geht ja immerhin um Zigtausende von Menschen und deren Existenz und um ihr Geld. Nur mit gut zureden habe ich die letzten 30 Jahre bei Siemens nicht viel erreicht."

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Das vollständige Interview finden Sie  H I E R  auf den Seiten von Compliance-Magazin.de.

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