Gesamtbetriebsrat und Geschäftsführung von Airbus Deutschland haben sich auf die sozialen Bedingungen bei der Ausgliederung der Werke Varel, Nordenham und Augsburg geeinigt. Demnach sind in der Premium Aerotec GmbH, in die die Werke zum 1. Januar 2009 übergehen sollen, betriebsbedingte Kündigungen bis zum 31. Dezember 2013 ausgeschlossen.
In den Verhandlungen wurden außerdem Arbeitspakete definiert und zugesagt. Ferner wurden weitere Investitionen vereinbart und damit neue Standort- und Beschäftigungsperspektiven eröffnet. „"Uns ist es gelungen, den Angriff auf tarifliche bzw. soziale Besitzstände abzuwehren", so der Betriebsrat des EADS Werkes in Augsburg. Der Beitrag der Arbeitnehmer soll durch mehr Effizienz und eine höhere Produktivität erbracht werden. Dieser Kompromiss war nur durch die breite Unterstützung der Belegschaften aller 3 Werke möglich, so Jürgen Kerner, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg.
Strittig ist noch die Frage der Mitbestimmung in der neuen Unternehmensstruktur. Die endgültige Beschlussfassung ist am Montag, 24. November, im Aufsichtsrat vorgesehen.
2000 Mitarbeiter blieben geschlossen ihrem Arbeitsplatz fern!
Begleitet wurden die Verhandlungen von Protestaktionen der Beschäftigten in den drei betroffenen werken Augsburg, Varel und Nordenham. Am Donnerstag ließen die Beschäftigten an den niedersächsischen Standorten Varel und Nordenham ihre Arbeit ruhen, wie ein Airbus-Sprecher in Hamburg bestätigte. Ein geschlossener Protest aller Mitarbeiter legte nach Angaben aus der IG Metall Augsburg das Werk der Airbus-Mutter EADS in Augsburg lahm. "Diese Aktion ist kein Zeichen gegen das neue Unternehmen Premium Aerotec. Die Arbeitnehmer wollen aber deutlich machen, dass sie erst bereit sind, den Weg mitzugehen, wenn die finanziellen Rahmenbedingungen passen", betonte Augsburgs IG-Metall-Chef Jürgen Kerner. Seinem Arbeitsplatz fernzubleiben, sei eine Gewissensentscheidung jedes einzelnen Arbeitnehmers gewesen. Einen Aufruf durch den Betriebsrat oder die IG Metall habe es nicht gegeben.



