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28.04.2010
"Selten eine Brücke in reguläre Arbeitsverhältnisse"

... resümiert eine aktuelle Studie ihre Erkenntnisse zu der Frage, inwiefern Leiharbeitsplätze die Tür in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis darstellen. Insgesamt spiele die Leiharbeit immer noch eine untergeordnete Rolle, beruhigen die Forscher allerdings, beschränken sich jedoch auf den nur bedingt aussagekräftigen Zeitraum bis zum Jahr 2007.

Im internationalen Vergleich jedenfalls, so die Studie der Bertelsmann Stiftung, spiele diese Beschäftigungsform in Deutschland "entgegen der öffentlichen Wahrnehmung immer noch eine untergeordnete Rolle". Warum in diese Rechnung keine Daten für die vermutlich äußerst aussagekräftigen Boom-Jahre der Leiharbeit von 2008 bis heute einfließen, bleibt offen; vielleicht hängt es mit der grundsätzlichen Ausrichtung der Stiftung zusammen, die als ihr Fundament die Überzeugung bezeichnet, "dass Wettbewerb und bürgerschaftliches Engagement eine wesentliche Basis für gesellschaftlichen Fortschritt sind".

"Längst nicht mehr nur ein kurzfristiger Flexibilitätspuffer für Unternehmen"

In jedem Fall kommen selbst die Bertelsmann-Forscher zu einigen Schlussfolgerungen, die sich der weniger liberalen Kritik von Leiharbeit und ihren Folgen annähern. Man stelle fest, dass die durch Arbeitsmarktreformen geschaffenen Beschäftigungsformen "selten eine Brücke in reguläre Arbeitsverhältnisse darstellen", widersprach der Vorstandsvorsitzende der Stiftung bei der Vorstellung der Studie gängigen Schutzbehauptungen. Ebenso wichtig ist die Feststellung, dass Arbeitnehmerüberlassung in Deutschland "längst nicht mehr nur ein kurzfristiger Flexibilitätspuffer für Unternehmen" ist, sondern ein "vielmehr ein eigenständiges, dauerhaftes Beschäftigungssegment [...], das für viele Arbeitnehmer die Hoffnung auf einen raschen Übergang in reguläre Erwerbstätigkeit bislang nicht erfüllen konnte."

Ungleichbehandlung von Zeitarbeitern und Stammbelegschaften

Auch das Fazit dieser Feststellungen ähnelt dem vieler kritischer Stimmen, obgleich es eher zurückhaltend formuliert wird: Eine auf Dauer angelegte Ungleichbehandlung von Zeitarbeitern und Stammbelegschaften entspreche nicht dem Grundverständnis der sozialen Marktwirtschaft. Daher könnten eine größere Annäherung der Arbeitsbedingungen sowie ein Zuwachs an Bestandssicherheit bei zunehmender Verweildauer im Betrieb für Abhilfe sorgen. Mit anderen Worten: Die zumindest schrittweise Anhebung der ZeitarbeiterInnen auf das Niveau ihrer festangestellten KollegInnen sollte den ungerechten aktuellen Zustand korrigieren.


Die Studie zum internationalen Vergleich atypischer Beschäftigungsformen der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit können Sie hier als PDF herunterladen (2,7 Megabyte).

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