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27.07.2007
Von Siemens verraten und verkauft

Die angebliche Garantie für Standorte und Beschäftigung bei VDO, von der Conti-Chef Wennemer in der Öffentlichkeit so gerne spricht, gibt es nicht. Das machte der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer heute deutlich. Mit Blick auf die fehlende Absicherung der Beschäftigten beim Verkauf an Conti sagte er: "Die Mitarbeiter fühlen sich von Siemens verraten und verkauft.“

Werner Neugebauer

Die IG Metall Bayern sieht bis zu 7 000 Arbeitsplätze bei VDO und Conti in Gefahr. Conti hat angekündigt, frühere Rationalisierungspläne der Siemens AG, wonach etwa 4 500 bis 5 000 Arbeitsplätze wegfallen sollen, umzusetzen, sagte Bayerns IG-Metall-Bezirksleiter Werner Neugebauer am Freitag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Regensburg. Zusätzlich könnten weitere Jobs durch Synergieeffekte wegfallen.

 

Ein solcher Stellenabbau werde aber sicherlich nicht ohne Widerstand und heftige Auseinandersetzungen über die Bühne gehen: „Wenn die bis zu 30 Prozent Stellen abbauen und Standorte schließen, dann wird das nicht geräuschlos passieren. Auf diesen Tanz kann sich Herr Wennemer einstellen.“

 

Eine windelweiche, unverbindliche Absichtserklärung

Das sog. Eckpunktepapier, das in den Medien immer wieder zitiert wird und mit dem bei VDO angeblich Beschäftigung und Standorte für 3 Jahre (in Regensburg sogar für 5 Jahre) gesichert wären, nannte Neugebauer „eine windelweiche, unverbindliche Absichtserklärung“, die – entgegen der Aussagen von Conti-Chef Wennemer - auch nicht mit der IG Metall vereinbart sei.

 

Neugebauer wies darauf hin, dass dieses Papier im Aufsichtsrat der Siemens AG gar nicht zur Abstimmung stand und es in diesem Papier von Kann-Bestimmungen nur so wimmele. Im Siemens-Aufsichtsrat sei ausschließlich über den Verkauf beschlossen worden, gegen diesen hatten sich alle Vertreter der IG Metall in den Aufsichtsräten von Siemens und Conti ausgesprochen.

 

Das „Eckpunkte-Papier“ enthält so gut wie keine verbindlichen und belastbaren Zusagen: Die sogenannte "Standortgarantie" wäre auch noch erfüllt, wenn ein Standort 90 Prozent oder mehr seiner Beschäftigten verliert. Der sogenannte Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen ist in dem Papier mit so vielen Einschränkungen und Ausnahmen versehen, dass er praktisch wirkungslos ist.

 

Von den dünnen Regelungen dieses Papiers sind dann auch noch ausdrücklich die Maßnahmen ausgenommen, „die als Basis des mittelfristigen Geschäftsplanes von Siemens VDO bis 2011 vorgesehen sind“. Nach diesen Planungen von VDO sollen wohl in den nächsten 4-5 Jahren bis zu 5.000 Arbeitsplätze wegfallen. Außerdem war immer wieder die Rede von einer möglichen Zusammenlegung einzelner VDO-Standorte und dem Verkauf des Werkes in Würzburg, das bereits 2005 bedroht war. Inwieweit diese Überlegungen nun von Conti wieder aufgegriffen werden ist noch unklar, das „Eckpunkte-Papier“ macht dazu keine Aussagen.

 

Neugebauer wies darauf hin, dass es in den Standorten von Conti-Temic in Ingolstadt und Nürnberg sowie dem VDO-Standort in Regensburg Überschneidungen gibt. Für Conti-Temic in Ingolstadt (bis 2010) und für Conti-Temic in Nürnberg (bis 2013) hat die IG Metall Bayern erst vor kurzem Tarifverträge abgeschlossen, die Beschäftigung und Investitionen sichern.

 

Da Regensburg künftig nicht mehr VDO-Zentrale sei, seien dort allein 500 bis 1000 Verwaltungsstellen gefährdet, glaubt Neugebauer.

 

 

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