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27.04.2006
Für Anfang Mai sind Warnstreiks geplant

(München, 27.04.2006) Für die 30 000 Beschäftigten in der Textil- und Bekleidungsindustrie in Bayern ging auch die gestrige Verhandlung in Wuppertal, ohne Ergebnis zu Ende.

In den Verhandlungen für die westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie geht es um die künftigen Entgeltbedingungen für die insgesamt 130 000 Beschäftigten in Westdeutschland. Die IG Metall fordert eine Einkommenssteigerung um 4,5 Prozent sowie 40 € für Auszubildende für 12 Monate.

Die Gespräche wurden ohne neuen Termin unterbrochen. In 12-stündigen Verhandlungen und Sondierungsgesprächen blieben die Arbeitgeber bei ihrer Blockadehaltung. Auch wenige Tage vor dem Ende der Friedenspflicht am 30. April 2006 legten sie kein verhandelbares Angebot vor.

Ihre in Sondierungsgesprächen gezeigten Vorstellungen von Einmalzahlungen für 6 Monate und einer Tariferhöhung ab dem 01.11.2006 für eine Gesamtlaufzeit von 19 Monaten würden den Beschäftigten insgesamt 1,1 % Einkommenserhöhungen für 2006 bringen. Selbst diese Einkommenssteigerung unterhalb der Inflationsrate wollen die Arbeitgeber zudem vollständig in das Belieben der einzelnen Betriebe stellen. Die Jahressonderzahlung wollen sie betrieblich um ein halbes Monatseinkommen kürzen können. Auch die Durchsetzung unbezahlter Mehrarbeit ist ihr unverändertes Ziel.

Jürgen Wagner, IG Metall-Bezirkssekretär Bayern: "In den grundlegenden Fragen haben sich die Arbeitgeber nicht bewegt. Den Beschäftigten wollen sie erhebliche Reallohnverluste zumuten. So geht man nicht mit Menschen um, die flexibel und leistungsorientiert arbeiten und für die guten wirtschaftlichen Ergebnisse sorgen. Mit dieser Haltung provozieren die Arbeitgeber massive Warnstreiks, da die Beschäftigten dieses Verhalten nicht hinnehmen werden."

Auf Grund der industriellen Verflechtungen haben Warnstreiks in der Textilindustrie erhebliche Auswirkungen auch auf andere Wirtschaftszweige.

„Ohne textile Vliese laufen keine Rotationsmaschinen, ohne Textilmatten geht nichts im Deich- und Straßenbau, ohne textile Produkte wird kein Airbus fertiggestellt und es läuft vor allem kein Auto vom Band,“ sagte Peter Donath, IG Metall Verhandlungsführer. Die IG Metall hat kein Interesse an einer Eskalation und strebt weiterhin eine friedliche Lösung an. „Die Entscheidung liegt in der Hand der Arbeitgeber“, betonte der Gewerkschafter.

In Bayern beginnen die ersten Warnstreiks am Mittwoch, den 3. Mai 2006 in Regensburg, und werden bis Freitag, 5. Mai 2006. Am Samstag, den 6. Mai findet ein Aktionstag der Beschäftigten aus der Textil- und Bekleidungsindustrie in Neutraubling statt.

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