Das geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Hans-Jürgen Urban, hat gefordert, die 2012 beginnende Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre umgehend auszusetzen. „Diese Entscheidung war ohnehin falsch, aber angesichts der Wirtschaftskrise könnte sie verheerende Folgen haben“, sagte der Gewerkschafter am Mittwoch in Frankfurt.
„Es wird höchste Zeit, dass die Politik endlich die Realitäten in den Betrieben und auf dem Arbeitsmarkt anerkennt und sich von der Rente mit 67 verabschiedet.“ Urban, der bei der IG Metall für die Sozialpolitik verantwortlich ist, äußerte die Vermutung, dass auch immer mehr Bundestagsabgeordnete an der Rente mit 67 zweifelten. „Die Rente könnte zu einem der Topthemen im Wahlkampf werden, denn die Angst vor Arbeitslosigkeit und Altersarmut liegt den Menschen wie Blei auf der Seele“, betonte Urban.
Dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, warf Urban „Ignoranz gegenüber der Realität und den Bedürfnissen der Menschen“ vor, „wenn er auf Gedeih und Verderb an der Verlängerung der Lebensarbeitszeit festhalten will.“ Die IG Metall plädiere hingegen für ein Sofortpaket „Beschäftigungsbrücke“, das älteren Beschäftigten den Ausstieg aus dem Erwerbsleben ermögliche, damit junge Menschen einen Job bekommen. Konkret fordert die Gewerkschaft neben der Aussetzung der Rente mit 67, dass Beschäftigte mit 40 Versicherungsjahren ab dem 60. Lebensjahr ohne Abschläge in Rente gehen können. Außerdem müsse die öffentliche Förderung der Altersteilzeit fortgesetzt werden und die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I für Ältere auf bis zu 36 Monate verlängert werden.



