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06.07.2007
Zukunftsvereinbarung der IG Metall mit Bosch Rexroth

Bosch wird in Nürnberg eine neue Fertigung für Windkraft-Großgetriebe aufbauen. Hierzu wurde zwischen der IG Metall, den Betriebsräten und Bosch Rexroth in Nürnberg nach langen und schwierigen Verhandlungen ein Eckpunktepapier zur Standort- und Beschäftigungssicherung vereinbart.

Bosch Nürnberg
Foto: Bosch

Darüber hinaus soll die Produktion für Komponenten der Benzindirekteinspritzung weiter gestärkt werden. Für beide Projekte will Bosch bis zum Jahr 2013 insgesamt 280 Millionen Euro in die Werke an der Dieselstraße und an der Zweibrückener Straße investieren.

 

Auf einer gemeinsamen Presskonferenz erläuterten heute der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Nürnberg, Jürgen Wechsler und Klaus-Jürgen Stenzel, der Leiter des Nürnberger Bosch-Werkes die Details der Zukunftsvereinbarung bei Bosch und Bosch Rexroth in Nürnberg.

 

Die Vereinbarung hat eine Laufzeit bis 31.12.2013 und beinhaltet: 

  • über 290 Mio. € Investitionen in den Bestand und Ausbau des Standortes in Nürnberg
    davon 180 Mio. € Investitionen für einen neuen Produktionsstandort „Windenergie Großgetriebe für Windkraftanlagen“

  • Sicherung und Ausbau der heute insgesamt bei Bosch und Bosch Rexroth bestehenden 2500 Arbeitsplätze am Standort Nürnberg

  • keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2013

  • Erhalt und Ausbau aller bisherigen Produkte und Auslastung, keine Verlagerung von Produkten und Beibehaltung der „Leitwerkfunktionen“

  • Erhöhung der Ausbildungsplätze um 20 % auf 60 pro Jahr mit Übernahmegarantie nach der Ausbildung (80 % davon mind. unbefristet)

  • Einführung eines Erfolgsbeteiligungs-Prämienmodells um Beiträge der Arbeitnehmer zurück zu vergüten.

Die Arbeitnehmer bei Bosch und Bosch Rexroth werden im Gegenzug für die vorgenannten Zusagen des Arbeitgebers einen Beitrag zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit erbringen, durch Einbringung von

  • Qualifizierungszeiten für tatsächliche Qualifikation

  • Teile der übertariflichen betrieblichen Leistungen

  • Arbeitszeitflexibilisierung in neue Schichtmodelle.

 

 

Jürgen Wechsler, 2. Bevollmächtigter, IG Metall Nürnberg und Verhandlungsführer bei Bosch und Bosch Rexroth in Nürnberg, erklärte dazu heute auf einer Pressekonferenz: „Mit dieser Vereinbarung gibt es eine positive Zukunftsperspektive für die Standorte Bosch und Bosch Rexroth in Nürnberg für die 2500 Beschäftigten. Insbesondere die Investitionen für einen neuen Produktions-Standort „Windenergie-Großgetriebebau“ werden Weichen in die Zukunft gestellt, die über die mindestens 360 Produktionsarbeitsplätze hinausgehen können. Der geplante Abbau von 500 Arbeitsplätzen ist vom Tisch.“

 

Bei Bosch und Bosch Rexroth gibt es keine Verlängerung der tarifvertraglichen Wochenarbeitszeit, keine Reduzierung der tariflichen Monats- und Jahreseinkommen, keine Streichung des Urlaubs-, Weihnachtsgeldes und keinen Eingriff in den Tarifvertrag, auch nicht bei zukünftigen tariflichen Entgelterhöhungen, der Metall- und Elektroindustrie, obwohl von Bosch und Bosch Rexroth dies gefordert wurde.

 

Die Gremien der IG Metall müssen diesem Ergebnis allerdings noch zustimmen.

 

Bereits Anfang 2009 sollen die ersten Windkraft-Großgetriebe aus Nürnberg an Kunden ausgeliefert werden und damit die bestehende Produktion im nordrhein-westfälischen Witten ergänzen. Bosch Rexroth stellt mit Getrieben und Steuerungssystemen die Herzstücke der Wind­kraftanlagen her. Die Bedeutung dieser umweltfreundlichen Energieer­zeugung nimmt deutlich zu. Die weltweit jährlich neu installierte Leistung entsprach bereits im vergangenen Jahr der Leistung von mehr als zehn Kernkraftwerken mit je 1 400 Megawatt.

 

 

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