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19.03.2009
Schaeffler-Schieflage: Aktionen vor der Commerzbank

Die Zukunft des Schaeffler-Konzerns liegt vor allem in der Hand der Banken, deshalb gibt es heute Mahnwachen vor Filialen der beteiligten Banken und in Frankfurt überreicht eine Delegation der IG Metall Unterschriften der Belegschaft an Commerzbankchef Martin Blessing.

Das versprochene Zukunftskonzept lässt auf sich warten. Die Interessen der Schaeffler-Familie, die (unterschiedlichen) Interessen der Banken und der Politik müssen unter einen Hut gebracht werden. Die sich weiter zuspitzende finanzielle Situation lässt den Einfluss der Kredit gewährenden Banken offensichtlich weiter wachsen. Die Beschäftigten sind zu Recht verunsichert, wie deren Rolle zukünftig aussehen wird und wie sich diese auf die Arbeitsplätze auswirkt.

Weil die Schaeffler-Beschäftigten sich große Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen und weil die Zukunft von Schaeffler/Conti vor allem in der Hand der Banken liegt, veranstalten die IG Metall-Vertrauensleute von verschiedenen Schaeffler-Standorten heute Mahnwachen vor den örtlichen Filialen der Commerzbank/Dresdner Bank. Die Commerzbank/Dresdner Bank hält bei Schaeffler/Conti mit ca. 5 Mrd. Euro das größte Kreditvolumen.

  • Die Vertrauensleute aus Herzogenaurach veranstalten die Mahnwache vor der Erlanger Commerzbank,
  • die Vertrauensleute aus Gunzenhausen und Ingolstadt vor der Commerzbank in der Ludwigstraße 11 in Ingolstadt.
  • Die IG Metall-Vertrauensleute in Schweinfurt erläutern vor der Niederlassung der Commerzbank in der Spitalstraße ihre Forderungen der Öffentlichkeit.

Die Schaeffler-Beschäftigten fordern von der Commerzbank/Dresdner Bank und den anderen beteiligten Banken, Schaeffler als gesamtes Unternehmen zu erhalten und die Standorte und Arbeitsplätze zu sichern.

Der Conti-Deal wurde mit Krediten der Großbanken durchgezogen. Diese haben den Conti-Deal in Kenntnis der Risiken und der Erwartung hoher Gewinne ermöglicht.

Bei dem Deal wurden die Belegschaften nicht gefragt. Jetzt darf die Sanierung nicht auf dem Rücken der Belegschaften erfolgen.

Unter dem Motto „Wir sind Schaeffler! Für sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze!“ hatten die IG Metall-Vertrauensleute der Schaeffler Gruppe bundesweit Unterschriften gesammelt.

Die Unterschriftensammlung richtet sich an die Bundeskanzlerin Angela Merkel, weil die Schaeffler Gruppe aus eigener Kraft, ohne Staatshilfe wahrscheinlich nicht aus ihrer Schieflage kommt. Und an den Commerzbank-Chef Martin Blessing stellvertretend für die bei Schaeffler engagierten Banken, weil die Banken faktisch das Sagen haben im Konzernverbund Conti – Schaeffler.

Im Text der Unterschriftensammlung heißt es: „Wir als Arbeitnehmer der Schaeffler Gruppe sind in großer Sorge um unsere Arbeitsplätze … Wir wenden uns entschieden gegen mögliche Zerschlagungsabsichten zur kurzfristigen Tilgung der Kredite, weil dabei die Beschäftigten die Zeche zahlen … Wir setzen uns dafür ein, dass der Einsatz von Staatshilfen positiv geprüft wird. Dabei geht es um den Bestand der Unternehmensgruppe, aber nicht um den Erhalt von Privatvermögen.“

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