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08.12.2009
Neue Tarifverhandlungen bei Infineon: Erste Runde ergebnislos

Nahe München trafen sich am Montag Vertreter von Infineon und der IG Metall, um über die tarifliche Zukunft im Unternehmen zu verhandeln. In der Belegschaft wächst der Unmut, zumal Infineon sich wieder im Aufwind befindet - 14 Millionen Euro Konzernüberschuss im letzten Quartal und die Rückkehr in den DAX haben die Beschäftigten erwirtschaftet. Dennoch zeichnen sich schwierige Verhandlungen ab.

Vor etwas mehr als einem Jahr ist Infineon aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten. Die Tariferhöhung der Metall- und Elektroindustrie von insgesamt 4,2 Prozent und die Einmahlzahlungen von 510 € und 122 € haben die Beschäftigten schon nicht mehr bekommen. Jeder Mitarbeiter verliert dadurch mehrere tausend Euro (siehe auch: „Keine Tariferhöhung bei Infineon“).

Es war abzusehen, dass in der ersten Verhandlungsrunde seit dem Abbruch der Gespräche im Februar 2009 nicht gleich ein Ergebnis erzielt werden würde. Irritierend ist allerdings, dass sich die Positionen und Argumente des Managements trotz wesentlich veränderter Rahmenbedingungen seit der Tarifflucht kaum verändert haben.

Konstruktive Vorschläge der IG Metall

Sibylle Wankel, Verhandlungsführerin der IG Metall, hatte in Abstimmung mit den betrieblichen Vertretern folgende Vorschläge eingebracht:

  • IG Metall und Infineon schließen einen Anerkennungstarifvertrag (ATV) mit einer Laufzeit  von 3 Jahren bis Ende 2012 ab. Infineon soll die Tariferhöhung von 4,2 Prozent aus 2009 ggf. schrittweise in 2010 umsetzen. Die während der Laufzeit anfallenden Tariferhöhungen soll ebenfalls Infineon übernehmen. Sollte ein Ergebnis aus einer der nächsten Tarifrunden für IFX nicht umsetzbar sein, werden gemeinsam Gespräche geführt, um Lösungen für die Umsetzung zu finden.
  • Im Jahr 2010 sollen Arbeitsgruppen während der Laufzeit des ATV prüfen, ob die tarifvertraglichen Regelungen einer auf IFX zugeschnittenen Lösung bedürfen.
  • Sollten diese Gespräche zu keinem Ergebnis führen, erhält IFX ein Kündigungsrecht zum Ende 2011.

... aber wenig konkretes von der Arbeitgeberseite

Die Arbeitnehmerseite bot damit einen konkreten Weg für die Erarbeitung Infineon-spezifischer Lösungen an. Die Vertreter der Arbeitgeberseite jedoch hatten demgegenüber nicht viel konkretes zu bieten und wiederholten mantraartig, dass sie eine Kopplung an den Flächentarifvertrag der IG Metall für nicht zukunftsfähig für die Halbleiterbranche halten. Sie wollen daher "marktbasierte Einkommensbänder" sowie eine die leistungs- und marktorientierte Verteilung der Einkommenserhöhung. Darüber hinaus möchten sie eine variable Vergütung der MitarbeiterInnen, die sich am Unternehmenserfolg orientiert.

Sibylle Wankel bewertete diese Vorstellungen zum heutigen Zeitpunkt als äußerst irritierend. Eine Änderung seit der ersten Verhandlung im Dezember 2008 ist nicht zu erkenn, obwohl sich Infineons wirtschaftliche Situation seit August 2009 entscheidend verbessert hat. Umso unverständlicher ist es, dass Infineon den Vorschlag der IG Metall nicht angenommen hat, obwohl man bereits nach außen kommuniziert, wieder über eine Dividende nachzudenken.

Hinter Personalkosten stehen Menschen

Die Personalkosten stehen im ständigen Fokus der Firmenleitung - aber hinter ihnen stehen Menschen, die mit ihren guten Leistungen in Entwicklung und Produktion dazu beigetragen haben, dass das Vertrauen der Kunden in die IFX-Produkte wieder gestärkt und ausgebaut wurde.

Firmenseitig saßen keine Entscheider am Verhandlungstisch, so dass das Angebot der IG Metall nun erst einmal auf Vorstandsebene beraten werden muss. Aus diesem Grund vereinbarten beide Seiten einen weiteren Verhandlungstermin für Januar 2010. Die Verhandlungsdelegation der IG Metall machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass die Beschäftigten sich eine weitere Blockadehaltung der Firmenseite nicht länger bieten lassen werden.

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Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

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