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29.06.2009
"Wirtschaft, die diesen Namen verdient"

Was ist eigentlich Wirtschaft? Eine Versammlung von Herren und wenigen Damen in Nadelstreifen, die derzeit alle etwas betreten dreinschauen? Oder hat der Volksmund recht? Der meint, eine „Wirtschaft“ sei ein gastliches Haus, in dem Menschen essen, trinken und über Gott und die Welt reden können – zu einem Preis, den sie sich leisten können.

Hans-Gerhard Koch

Das Wirtschaft viel mehr ist als nur die Geldwirtschaft, das ist die These eines Buches von Hans-Gerhard Koch. Koch ist gelernter Schmied und promovierter Theologe. Er war lange Jahre Sozialpfarrer im Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und von 1996 bis 2005 dessen Leiter. Heute ist Koch freier Autor und Referent für Sozialethik und Sozialpolitik. Er seit vielen Jahren Gewerkschaftsmitglied - bei Pfarrern auch nicht allzu häufig - und aus seiner Tätigkeit beim KDA und als gefragter Redner zum 1. Mai, in den Gewerkschaften gut bekannt.

Als Schmied hat er gelernt hin und wieder mal kräftig hinzulangen. Heute natürlich nicht mehr mit dem großen Vorschlaghammer, aber schon in der Werkstatt seines Vaters hat er manches heiße Eisen angepackt.

Wirtshaus-Ethik

Was meint ein Franke, wenn er sagt "Ich geh in die Wirtschaft!" In 99,9 Prozent der Fälle nicht, dass er einen Vorstandsposten annimmt. Er meint: Ich gehe in ein Haus, wo es gut zu essen und zu trinken gibt, wo ich Leute treffe und mit ihnen gute Gespräche führe, und wo ich am Schluss natürlich auch meinen Geldbeutel zücke und die Zeche zahle. Aber deswegen geht er nicht hin, sondern um zu leben.

H.G. Koch meint. Der Volksmund weiß es noch: Wirtschaft ist zum Leben da. Diesen Gedanken hat er in einem Buchprojekt weiter bearbeiten, z. B. die folgenden Fragen:

  • Ist die gängige Betriebswirtschaft - geprägt von der Knappheit der Güter, dem Wettbewerb und dem Preis - vielleicht nur ein eng begrenzter Spezialfall von Wirtschaft?
  • Gibt es vielleicht auch eine Ökonomie der Fülle, eine des Genug, eine der Beziehungen?
  • Und sind die nicht vielleicht mindestens ebenso wichtig für unser Leben?

Hans-Gerhard Koch schreibt bewusst nicht wissenschaftlich, sondern in Umgangssprache. Er illustriert seine Texte mit eigenen Karikaturen und streut immer wieder Texte anderer Autorinnen und Autoren ein, die seine Thesen belegen und Zusammenhänge herstellen.

Sein Ziel ist eine ungewöhnliche, aber erhellende Perspektive auf „Wirtschaft“ , Gesellschaft und Kirche, aus der Sicht eines Autors, der jahrzehntelang an der Schnittstelle dieser drei Bereiche gearbeitet hat.

Das Buch ist im mabase-Verlag Nürnberg .8-8 erschienen, es hat 104 Seiten und kostet 11,90 €.

Präsentiert wird es am Dienstag, 30.Juni 2009 um 19.30 im Evangelischen Bildungswerk Bayreuth, Richard-Wagner-Straße 24

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