Auf Antrag der Arbeitnehmervertreter befasste sich der Aufsichtsrat der Takata-Petri AG am Mittwoch mit der geplanten Restrukturierung. Wie berichtet, will Takata-Petri das über 80-jährige Lenkradwerk im Aschaffenburg Mitte 2010 schließen und die Arbeitsplätze nach Arad/Rumänien verlagern.
Takata-Petri hat am Bahnweg im Aschaffenburger Stadtteil Schweinheim die modernsten Fertigungsanlagen für Lenkräder, die es derzeit weltweit gibt. Die Fertigung ist hochprofitabel, die Qualität stimmt, wichtige Kunden verlangen eine Belieferung aus Aschaffenburg und durch die Nähe zwischen Entwicklung, Werkzeugerstellung, Verfahrenstechnik und Produktion sind Produktivitätsfortschritte in der Zukunft generierbar, erklärte Herbert Reitz, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg.
Die Arbeitnehmervertreter hatten in einem Antrag den Vorstand aufgefordert, die Alternativplanungen zum vorliegenden Restrukturierungskonzept vorzulegen und sicherzustellen, dass die Kernproduktion der Lenkradfertigung in Aschaffenburg verbleibt. Diesen Antrag hat der Aufsichtsrat mit der Mehrheit der Stimmen der Kapitalseite abgelehnt.
Seit zwei Wochen prüft die Forschungs- und Beratungsstelle Berlin (forba) die dem Betriebsrat vorgelegten Daten zur wirtschaftlichen Begründung der vorgelegten 31 Maßnahmen des Personalabbaus. 120 Fragen haben die Berliner formuliert. Von den an die Geschäftsleitung gestellten Fragen sind bisher die Kernfragen noch nicht beantwortet. Es geht dabei insbesondere um die Deckungsbeitragsrechnung für die einzelnen Produkte und Leistungen sowie die Vergleichskosten zwischen den Standorten und den externen Dienstleistern.
Nach dem jetzigen Erkenntnisstand aus den vorliegenden Daten sind die beiden Werke in Aschaffenburg, das Lenkrad- und das Airbagwerk hochprofitabel und die Werke in Arad/Rumänien hoch defizitär, trotz des dort sehr niedrigen Lohnniveaus, erklärte Herbert Reitz.
Kundgebung am Samstag
Die Beschäftigten und ihre Familienangehörigen wollen deshalb am Samstag, dem 26.09.09 um 10:30 Uhr ab dem Stadion am Schönbusch für den Verbleib ihrer Arbeitsplätze in Aschaffenburg demonstrieren. Die Veranstaltung wird mit einer Kundgebung auf dem Theaterplatz abgeschlossen, an der als Redner Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Norbert Elbert, Betriebsratsvorsitzender von Takata-Petri und Herbert Reitz, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aschaffenburg sowie die Musikgruppen Vintage Radio und UnterTagen und der Kabarettist Hans-Joachim Greifenstein vom Ersten Allgemeinen Babenhäuser Pfarrer(!)-Kabarett mitwirken. Aus den Nachbarbetrieben werden die Beschäftigten durch Delegationen unterstützt.



