In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat sich in den letzten beiden Monaten die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit auf jetzt 250.000 verdoppelt. Die Zahl der Betriebe in Kurzarbeit hat sich im gleichen Zeitraum fast verdreifacht. Aktuell gibt es in über 460 Betrieben der bayerischen Metall- und Elektroindustrie Kurzarbeit.
Nach einer Umfrage (siehe: in Verbindung stehende News) der IG Metall Bayern befanden sich im Februar 2009 noch etwa 125.000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Nach einer neuen Umfrage sind es derzeit etwa 250.000. Das Volumen der Kurzarbeit ist dabei höchst unterschiedlich und bewegt sich zwischen wenigen Tagen im Monat bis zu 100 Prozent der betriebsüblichen Arbeitszeit. Im Schnitt ist in den genannten Betrieben mit einem Arbeitsausfall von etwa 25 Prozent zu rechnen.
Weiter Anstieg erwartet
Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern erwartet für die kommenden Monate einen weiteren drastischen Anstieg der Kurzarbeit im Freistaat. "Ich rechne damit, dass wir bis Mitte des Jahres jeden zweiten der 730.000 Arbeitsplätze in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie in Kurzarbeit haben werden", sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Im Maschinenbau komme die Krise mit Verzögerung an, daher werde es dort im Sommer wohl eine zweite große Welle von Anträgen auf Kurzarbeit geben.
Insbesondere kleinere Unternehmen hätten es in der Krise schwerer, sagte Neugebauer: "Der Druck der Banken auf die Betriebe, ihre Überkapazitäten und Personal abzubauen, wächst."



