|
23.02.2010 Von: HR
IG Metall setzt Tarifbindung und Entgelterhöhungen bei Infineon durch
Die Tarifbindung bei Infineon in Bayern ist nach 16 Monaten wieder hergestellt, der inakzeptable tariffreie Zustand vorläufig beendet. In Verhandlungen am 22. Februar 2010 einigten sich die Tarifparteien auf Eckpunkte um einen Tarifvertrag. Parallel treten sämtliche vor dem Verbandsaustritt geltenden Tarifverträge mit Ausnahme des Tarifvertrages zur Altersteilzeit wieder unmittelbar in Kraft.
 Die Anstrengungen haben sich gelohnt!
Statt dessen wird die Gesamtbetriebsvereinbarung zur Altersteilzeit wortgleich als Tarifvertrag abgeschlossen.
Der Tarifvertrag sieht eine Einmalzahlung in Höhe von 650 € im März 2010 und die Anhebung der Entgelte im Tarifbereich um 2,2 % ab 1. Oktober 2010 sowie 2,0 % ab 1. Mai 2011 vor. Azubis erhalten 175 € der Einmalzahlung. Kritisch und umstritten waren die Verhandlungen für den außertariflichen Bereich. Hier wird die Abstandsklausel auf der Basis eines 40-Stunden-Vertrags auf 6.600 € festgelgt.
Der Tarifvertrag läuft bis zum 31.12.2011. Gleichzeitig wurde der Einstieg in Verhandlungen um einen Haustarifvertrag mit Infineon-spezifischen Lösungen vereinbart. Beide Parteien vereinbarten eine kurze Erklärungsfrist.
Druck der Belegschaften führte zum Erfolg
Schon mit der Ankündigung von Protestaktionen und Warnstreiks am 4. Februar 2010 hatte sich das Unternehmen gezwungen gesehen, sich in den Gesprächen am 5. Februar zu bewegen. Zum ersten Mal wurdenverhandlungsfähige Angebote vorgelegt; die Verhandlungsgruppe der Arbeitnehmerseite bestand allerdings auf der Nachholung der Tariferhöhung aus 2009 und machte so eine weitere Verhandlung am 22. Februar notwendig.
Strukturelle Erhöhung aller Entgelte
Durch den konsequenten Widerstand der IG Metall und der Belegschaften in Regensburg und München ist es nunmehr gelungen Infineon wieder in die Tarifbindung zurückzuholen und dem Unternehmen eine strukturelle Erhöhung aller Entgelte im Tarifbereich abzutrotzen und damit die Tariferhöhungen der Metall- & Elektroindustrie aus 2009 zumindest zeitverzögert nachzuholen.
Konflikt um außertariflichen Bereich
Die Unternehmensseite hatte von Anfang an darauf bestanden, dass die Erhöhungen für den außertariflichen Bereich nicht wirksam werden sollten. Die Firmenseite stellte damit das Verhandlungsmandat der IG Metall für den außertariflichen Bereich in Abrede; die Verhandlungsgruppe akzeptierte diesen Standpunkt nicht und setzte letztlich zumindest eine Anhebung der Abstandsklausel um ca. 100 € durch. Außerdem steht durch das Verhandlungsergebnis nunmehr fest, dass die tarifliche Abstandsklausel Gegenstand der Tarifverhandlungen um einen Haustarifvertrag sein wird. Ziel der IG Metall in den anstehenden Verhandlungen ist es, für die Beschäftigten im außertariflichen Bereich die im Tarifbereich durchgesetzten Entgelterhöhungen strukturell nachzuholen.
 

|