Die EU-Kommission in Brüssel hat endgültige grünes Licht für den Verkauf von Siemens-VDO an Conti gegeben und schon setzt Conti-Chef Manfred Wennemer seinem neuen Teilkonzern ehrgeizige Renditevorgaben: zehn bis zwölf Prozent sollen es schon sein und bei dem Zusammenschluss soll auch noch mehr eingespart werden, als die bisher genannten 170 Mio. Euro.
Für die Beschäftigten bei Siemens-VDO klingt das nicht gut, was Conti-Chef Wennemer in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt hat: „In zwei, drei Monaten werden wir sagen können, was mit den einzelnen Standorten passiert. Klarheit ist dabei das Wichtigste. selbst schlechte Nachrichten sind für alle Beteiligten besser als eine lange Phase der Ungewissheit“, bereitet Wennemer die Beschäftigten schon mal auf schlechte Nachrichten vor.
Keine Zentrale in Regensburg
Standort- und Beschäftigungsgarantien, wie sie die IG Metall gefordert hatte, lehnt Wennemer kategorisch ab und formuliert stattdessen ehrgeizige Renditeziele: „Ein Korridor zwischen 10 und 12 Prozent ist unser Ziel“, sagt Wennemer und will dieses Ziel bis spätestens 2010 erreicht haben.
Die bisherige VDO-Zentrale in Regensburg nennt Wennemer „ganz klar überflüssig“. Conti habe immer gesagt, es gäbe künftig eine Firma mit einer Zentrale: „die heißt Continental. Und deren Zentrale sitzt in Hannover“. Allerdings werde von Regensburg aber künftig zwei Divisionen der neuen Continental AG weltweit mit allen Steuerungs-, Vertriebs- und Entwicklungskompetenzen gemanagt werden, deshalb brauche Conti dort weiterhin zahlreiche Beschäftigte.
Ursprünglich hatte Conti angekündigt man erhoffe sich durch die Übernahme Synergieeffekte in Höhe von mindestens 170 Millionen Euro, schon damals hatte die IG Metall die Befürchtung geäußert, dass sich Einsparungen in dieser Größenordnung wohl nur durch Stellenabbau realisieren lassen. Von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gefragt, wie viele Kosten er denn einsparen wolle, machte Wennemer nun deutlich, dass er sich mit den genannten 170 Millionen Euro nicht mehr zufrieden geben will: „Inzwischen wären wir enttäuscht, wenn es nicht mehr würden“



