Unternehmen lehnt Vorschläge zur Standortsicherung ab
Seit mehreren Jahren werden im profitablen Schaeffler-Werk in Gunzenhausen Arbeitsplätze abgebaut. Maschinen und Produkte gehen nach Portugal, neue Produkte und Investitionen bleiben aus. Betriebsratsvorsitzender Hermann Beißer: „Die Belegschaft ist in großer Unsicherheit, viele haben Angst, dass das Werk nicht mehr lange überlebt.“
Die Schaeffler Gruppe mit ihren Marken INA, LuK und FAG entwickelt und fertigt Produkte für alles, was sich bewegt: in Maschinen, Anlagen, Kraftfahrzeugen und in der Luft- und Raumfahrt. Der Standort Gunzenhausen gehört zu INA knapp 500 Beschäftigte stellen hier vor allem Wälzlager her.
Auf Initiative des Betriebsrates wurden wegen des ständigen Arbeitsplatzabbaus und dem Ausbleiben von Investitionen Gespräche zwischen der IG Metall und dem Unternehmen aufgenommen. Dabei vereinbarten Werksleitung und IG Metall im Dezember 2006 Verhandlungen zur Standortsicherung auf Basis
- eine Kurzgutachtens zu den Chancen des Werkes
- eines Standortkonzeptes der Werksleitung und
- einer Entschließung der IG Metall und ihrer Mitglieder über einen Arbeitnehmerbeitrag
Die Regelung für das Schaeffler-Werk Ingolstadt hat gezeigt, dass die IG Metall und ihre Mitglieder zu langfristigen, fairen Vereinbarungen zur Sicherung der Arbeitsplätze bereit sind. Aber die Werkleitung in Gunzenhausen hat überraschend und ohne Begründung einen Rückzug gemacht und bis heute kein Standortkonzept vorgelegt.
Um die Blockade zu überwinden, hat die IG Metall dann einen eigenen Vorschlag für ein faires Abkommen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Sicherung der Beschäftigung eingebracht. Die IG Metall zeigte sich auch dann gesprächsbereit, wenn es in Gunzenhausen keinen Beschäftigungsaufbau geben wird. Das Unternehmen hat über mehrere Wochen den Vorschlag der IG Metall geprüft. Jetzt hat der Werkleiter die Position der Konzernzentrale übermittelt. „INA könne den vorgeschlagenen Weg der IG Metall nicht akzeptieren.“
Dazu Johann Horn, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Schwabach: „Ein Management, dessen Planungshorizont sechs Monate nicht überschreitet und das, weil es gerade gut läuft, Verhandlungen über eine sichere nachhaltige Zukunft des Standortes und der Arbeitsplätze verweigert, handelt fahrlässig als Unternehmer und ohne jedes Verantwortungsgefühl für die Arbeitnehmer.“
Die IG Metall erwartet von der Schaeffler KG, dass endlich die Voraussetzungen für konstruktive Gespräche für die Zukunft des Standorts Gunzenhausen geschaffen werden. Wir fordern für den Standort Gunzenhausen: Ein Zukunftskonzept, langfristige Perspektiven für die Arbeitsplätze und die Wiederaufnahme der Berufsausbildung.


