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Kampagne Leiharbeit




Automobilkonferenz 2010
20.05.2009

Von: MJ

„Modernen Sklavenhandel“ in der Leiharbeitsbranche

Die Firma S&F Personaldienstleistungen hat in den letzten Tagen mit dem Slogan: „Große Rabatt-Aktion - Alle müssen raus!“ geworben. Das ist die Geschäftspolitik in der Leiharbeitsbranche. Menschen werden zu Waren degradiert und zu Billigkonditionen „verhökert“, kritisiert die IG Metall in einem offenen Brief an die Abgeordneten des Bundestages und fordert wirksame Regulierung der Leiharbeit.

Menschenverachtende Werbung der
Firma "S&F Personaldienstleistungen"

In einem offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten (siehe pdf-Datei im Anhang) hat die IG Metall  das nach ihrer Ansicht skandalöse Verhalten in der Leiharbeitsbranche angeprangert und die Politik zum Handeln aufgefordert. „Als eine Form von modernem Sklavenhandel“ bezeichnete die IG Metall die Geschäftspolitik der Leiharbeitsfirma S & F aus Olpe.

Der Personaldienstleister hatte in einem Prospekt mit dem Slogan „Alle müssen raus“ und „15 Prozent Rabatt auf alle Hilfs- und Fachkräfte“ Unternehmen in Aussicht gestellt, Arbeitskräfte günstiger ausleihen zu können. Wie bei Rabattaktionen etwa für Gebrauchtwagen oder Möbelstücke zierte den Slogan auf dem Prospekt ein Sternchen, das auf das Kleingedruckte am Fuß der Seite hingewiesen hatte: Das Angebot gilt nur vom 27.04. bis 30.06.09.

Die IG Metall hat gehandelt - jetzt ist die Politik gefordert

„Die IG Metall hat gehandelt. Wir haben gemeinsam mit unseren Betriebsräten in über 500 Betriebsvereinbarungen die Bedingungen für Leiharbeiter/innen verbessert.

Jetzt ist aber die Politik gefordert zu handeln!“, heißt es in dem Brief.

Die Deregulierung der Leiharbeit habe diese Entwicklung möglich gemacht, kritisieren der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, und der Zweite Vorsitzende, Detlef Wetzel, als Unterzeichner des Briefes. Sie fordern die Bundestagsabgeordneten auf, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die derartige Geschäftspraktiken wirkungsvoll verhindern und in der Leiharbeit menschenwürdige Arbeit möglich machen. „Regulieren Sie Leiharbeit wirkungsvoll, damit der Gleichstellungsgrundsatz tatsächlich gilt und davon nur in einer kurzen Einarbeitungszeit abgewichen werden kann. Nehmen Sie Leiharbeit in das Arbeitnehmerentsendegesetz auf, um Lohndumping wirksam zu bekämpfen. Führen Sie das Synchronisationsverbot wieder ein, damit der Leiharbeitsvertrag nicht auf die Dauer des ersten Einsatzes in einem Entleihbetrieb begrenzt werden kann“, fordert die IG Metall von den Bundestagsabgeordneten.

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