(München) Die in dieser Woche begonnenen Verhandlungen von IG Metall, Betriebsrat und Siemens-Gesamtbetriebsrat mit der Siemens AG zur Sicherung des Trafowerks Nürnberg mit derzeit 800 Beschäftigten sind heute morgen erfolgreich abgeschlossen worden.
Sibylle Wankel, Verhandlungsführerin der IG Metall: „Die Entscheidung des Siemens-Vorstands, im Falle einer Nichteinigung das Werk zu schließen, hat die Verhandlungen sehr belastet. Trotzdem ist es vor allem durch den Einsatz der Arbeitnehmervertreter zu einer Lösung im Sinne der Beschäftigten gekommen.“
Jetzt ist das Trafowerk Nürnberg bis mindestens Herbst 2009 gesichert. Siemens garantiert eine Beschäftigtenzahl von knapp 600 Mitarbeitern. Siemens nimmt erhebliche Investitionen am Standort vor und macht die Verlagerung von Entwicklungskapazitäten rückgängig. Auch der besondere Kündigungsschutz durch Tarifvertrag bzw. durch die Siemens-Jubilarregelung wird nicht angetastet.
Der schon 2004 angekündigte Abbau von über 180 Arbeitsplätzen erfolgt möglichst freiwillig. Beschäftigten mit besonderem Kündigungsschutz sollen, z.B. Extra-Konditionen für den Übergang in eine Beschäftigungsgesellschaft, angeboten werden. Der Preis dafür: Im Tarifbereich sinken die Monatseinkommen zwischen 7-9% u.a. durch Absenkung der Leistungslöhne/-zulagen und durch Absenkung der Entgeltlinie im Vorgriff auf ERA. Außerdem entfällt die Siemens-Jahreszahlung, das tarifliche Urlaubsgeld wird halbiert. Bei den Tarifbeschäftigten ist damit das Jahreseinkommen im Volumen um ca. 13-14 % abgesenkt, bei den ÜT-Angestellten um 19%. Der Unterschied erklärt sich u.a. durch weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit für die Tarifbeschäftigten.
Werner Neugebauer; Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „Durch die massive Gegenwehr der Beschäftigten und des Betriebsrats konnten wir die Schließung des Standortes stoppen. Die Einkommensverluste tun weh, aber wir haben sinnlose Opfer der Beschäftigten für die Siemens-Konzernkasse verhindert. Wir werden auch künftig keine Erpressungen mitmachen.“


