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17.07.2009
Heute die Fachkräfte von morgen ausbilden

Die IG Metall hat an die Unternehmen appelliert, sich gerade in der Krise für die Ausbildung von Jugendlichen zu engagieren. „Wer gestärkt aus der Krise hervorgehen will, braucht qualifizierte Fachkräfte für die Produktion innovativer Produkte von morgen“, sagte IG Metall-Vorstandsmitglied, Regina Görner, am Freitag in Frankfurt.

Regina Görner

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt habe sich kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres zum 1. August weiter verschärft. Allein im Bereich des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) habe sich die Zahl der Ausbildungsverträge um 9,3 Prozent verringert. „Dieser Rückgang ist alarmierend und zeigt: Viele Unternehmen riskieren ihre Zukunft“, sagte Görner.

Von Oktober 2008 bis Juni 2009 waren insgesamt 393.200 Ausbildungsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldet, insgesamt 33.100 Ausbildungsplätze (davon 22.600 betriebliche Stellen) weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Als noch unversorgt zählten im Juni 2009 noch 204.000 Bewerber. Aufgrund der demografischen Entwicklung drohe ein Fachkräftemangel, der sich in einigen Regionen bereits heute zeige. „Wer heute nicht ausgebildet wird, steht in vier Jahren als Fachkraft nicht zur Verfügung. Erfolgreiche Unternehmen müssen langfristig denken, auch in der Krise“, sagte Görner.

Sicherstellung der Qualifikation oberste Priorität

Wie eine Umfrage der IG Metall unter Beteiligung von mehr als 450.000 Menschen belege, habe angesichts der Wirtschaftskrise die Sicherstellung von Qualifikation oberste Priorität. „Dass junge Menschen die Möglichkeit haben, mit einer qualifizierten Ausbildung in den Arbeitsmarkt zu starten, ist dafür die entscheidende Voraussetzung“, sagte Görner. Die zurückgehende Ausbildungsbereitschaft könne nicht durch Appelle und Gesprächsrunden zwischen Wirtschaft und Politik gelöst werden. Trotz Ausbildungspakt sei eine verbindliche Zusage von 600 000 Ausbildungsstellen seitens der Wirtschaft und Verbände nicht erfolgt. „Deshalb ist eine verbindliche Finanzierungsregelung erforderlich, die alle Unternehmen in die Pflicht nimmt. 74 Prozent der Befragten haben diese Forderung als sehr wichtig unterstützt“, sagte Görner.

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