Siemens erhält wegen des Verdachts der Bestechung keine staatlichen Aufträge mehr von Nigeria (Westafrika). Gleichzeitig wurde ein bereits an eine Siemens-Tochter erteilter Auftrag in Höhe von über 700 000 Euro storniert.
Hintergrund für diese Entscheidung der Regierung Nigerias sind aufgedeckte Zahlungen an frühere Regierungsbeamte in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Ein Vertrag mit der Siemens-Tochter Siemens Nigeria Ltd mit einem Auftragsvolumen von 128,4 Millionen Naira (740.000 Euro) wurde storniert.
Die Schmiergeldaffäre bei Siemens habe das Image des Landes "ernsthaft beschädigt", urteilt die Regierung. Die Firma komme aus moralischer Sicht nicht mehr für die Vergabe neuer Aufträge in Betracht, heißt es in einem Bericht der nigerianische Tageszeitung "This Day".
Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas und versucht sich nach Jahren der Militärdiktatur an seiner Demokratisierung und wirtschaftlichen Entwicklung.
Die internationale Anti-Korruptionsorganisation Transparency International hat am Donnerstag (6.12.) ihren Jahresbericht 2007 (Global Corruption Barometer 2007) vorgelegt. Nach diesem Bericht gilt Nigeria als eines der Länder mit der höchsten Kooperationsrate, neben Albanien, Kambodscha, Kamerun, Mazedonien, Pakistan, den Philippinen, Rumänien und dem Senegal.


