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14.11.2008
Tarifabschluss auch in Bayern

(Pressedienst 53 / 2008) Für die 750.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Bayern wurde heute in der vierten Tarifverhandlung in München das Verhandlungsergebnis aus Baden-Württemberg in allen wesentlichen Punkten übernommen. Die Beschäftigten erhalten damit insgesamt um 4,2 Prozent höhere Einkommen sowie 510 € und 122 € als Einmalzahlungen.

Im Einzelnen besteht das Ergebnis aus folgenden Elementen:

  • Im Dezember 2008 werden 510 € als Einmalbetrag für die drei Monate November/Dezember 2008 sowie Januar 2009 gezahlt.
  • Im Februar 2009 erfolgt eine Anhebung der Entgelte um 2,1 Prozent.
  • Im Mai 2009 erfolgt eine weitere Anhebung der Entgelte auf dann 4,2 Prozent.
  • Die zweite Anhebung zum 1. Mai 2009 kann auf Basis einer freiwilligen Betriebsvereinbarung um bis zu sieben Monate verschoben werden. Freiwillige Betriebsvereinbarung heißt, dass eine Verschiebung ausschließlich mit Zustimmung des Betriebsrates und nur bei wirtschaftlich schwieriger Situation des Betriebes erfolgen kann.
  • Im September 2009 wird ein weiterer Einmalbetrag in Höhe von 122 € gezahlt.
  • Die Ausbildungsvergütungen werden ebenfalls um 4,2 Prozent erhöht. Die Auszubildenden bekommen zusätzlich im Dezember 2008 einmalig 133 € für die Monate November, Dezember 2008 und Januar 2009. Im September 2009 erhalten die Auszubildenden einen weiteren Einmalbetrag in Höhe von 32 €.
  • Ab 1. Januar 2010 gilt der bereits im September ausgehandelte "Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente". Vereinbart wurde mit diesem Tarifabschluss, dass der Arbeitnehmeranteil zum praktischen Start dieses Tarifvertrags mit anzurechnenden 0,4 Prozent für die Monate Januar bis April finanziert ist.
  • Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 18 Monaten bis Ende April 2010.

Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „Sicherlich war in vielen Betrieben, denen es wirtschaftlich hervorragend geht, die Erwartungshaltung der Menschen wesentlich höher, als es das jetzt erzielte Ergebnis widerspiegelt. Zur Bewertung eines Tarifergebnisses gehört aber auch, die Rahmenbedingungen zu betrachten. Ausgelöst durch die Finanzjongleure hat sich auch die Realwirtschaft in rasanter Geschwindigkeit eingetrübt, was letztlich unsere Umsetzungsmöglichkeiten negativ beeinflusst hat. Dennoch haben wir erreicht, dass die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie keinen Kaufkraftverlust erleiden müssen. Beschäftigte mit branchenüblicher Ausbildung, wie zum Beispiel Industriemechaniker und Industriekaufleute (Entgeltgruppe 5) erhalten durch unseren Abschluss über die Laufzeit des Tarifvertrages hinweg rund 2.300 Euro mehr“.

Neue Altersteilzeit

In allen anderen Tarifgebieten gibt es bereits unterschriebene Regelungen zur neuen Altersteilzeit, lediglich die bayerischen Arbeitgeber verweigerten sich bis heute. Nach sieben Stunden Diskussionen haben sich auch die bayerischen Arbeitgeber endlich bereit erklärt, den Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente zu unterzeichnen. Allerdings haben sie sich eine Erklärungsfrist bis zum 05.01.2009 ausbedungen. Die IG Metall Bayern hat deshalb ein Sonderkündigungsrecht beim Entgelttarifvertrag und der Regelung zur Altersteilzeit erhalten. Werner Neugebauer: „Ich kann den Arbeitgebern nur raten, den Tarifvertrag zum flexiblen Übergang nicht weiter zu blockieren - sonst ist die IG Metall gezwungen, heftig zu reagieren.“

Beim Pilotabschluss in Baden-Württemberg ist die Finanzierung des Tarifvertrages zur neuen Altersteilzeit ein wesentlicher Bestandteil.

Die Tarifkommission der IG Metall Bayern wird am Mittwoch, den 19.11. 2008 in Ingolstadt über das Ergebnis beraten.

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Tarifrunde 2012

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