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10.04.2007
Maschinenbau und Metallindustrie wachsen besonders kräftig

Der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe ist im Februar real um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Innerhalb der Wirtschaftszweige schnitt der Maschinenbau am besten ab, knapp gefolgt von der Herstellung von Metallerzeugnissen.

Maschinenbau in Bayern

Au, weia! Kein Tag vergeht mehr, an dem nicht irgendeine neue Statistik oder eine neue Prognose zum Wirtschaftswachstum den Arbeitgebern ihre Argumentation zur Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie kaputt macht.

 

Die IG Metall argumentiert seit Beginn der Tarifrunde mit der gegenüber dem Vorjahr erheblich verbesserten wirtschaftlichen Situation der Betriebe und fordert daher einen Lohnabschluss, der über dem des Vorjahres liegt.

 

Die Arbeitgeber können zwar den kräftigen Aufschwung nur mühsam leugnen, verweisen aber immer darauf, dass das laufende Jahr nicht so gut werden würde wie das vergangene und daher auch der Lohnabschluss unter dem von 2006 bleiben müsse.

 

Bereits Mitte März hatte das Kieler Institut für Weltwirtschaft seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 2,1 auf 2,8 Prozent kräftig nach oben korrigiert. Auch 2008 sieht das Institut optimistisch entgegen und erwartet ein Wachstum von weiteren 2,4 Prozent.

 

Die Kieler Forscher begründen ihren Optimismus mit den unverändert hohen Auftragsbeständen der Unternehmen. Die Kieler Forscher stehen mit ihrem Optimismus nicht allein da. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) korrigierte seine Wachstumsprognose für das erste Quartal 2007 nach oben. Und nach einer Umfrage der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young fühlt sich der deutsche Mittelstand derzeit so kräftig wie seit Jahren nicht mehr. Im bundesweiten Vergleich ist dabei in Bayern die Bereitschaft von Unternehmen, ihre Investitionen zu steigern, am größten.

 

Nun hat über die Osterfeiertage auch die Bundesregierung nachgezogen und eine kräftige Anhebung ihrer Wachstumsprognose auf mehr als zwei Prozent angekündigt, bisher war die Regierung von 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum ausgegangen.

 

aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes:

Maschinenbau und Metallindustrie wachsen besonders kräftig

Auch die am heutigen Dienstag vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichten Zahlen widersprechen der Argumentation der Metallarbeitgeber heftig.. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, verzeichnete das Verarbeitende Gewerbe im Februar 2007 einen realen Umsatzzuwachs von arbeitstäglich bereinigt 7,2% gegenüber dem Februar 2006 (nach + 8,7% im Januar 2007). Der Inlandsumsatz stieg im Vergleichszeitraum um 5,7%, die Erlöse im Geschäft mit den ausländischen Abnehmern nahmen sogar um 9,1% zu.

 

Innerhalb der Wirtschaftszweige schnitt der Maschinenbau mit einer Zuwachsrate von 14,2% am besten ab (Inland: + 13,5%, Ausland: + 14,6%), knapp gefolgt von der Herstellung von Metallerzeugnissen mit einem Plus von 12,6% (Inland: + 10,3%, Ausland: + 18,5%).

 

Damit widerlegt das Statistische Bundesamt – so ganz nebenbei – ein weiteres beliebtes Argument der Arbeitgeber, wonach das Ergebnis der Tarifverhandlungen in der Chemischen Industrie (3,6 Prozent plus 0,7 Prozent Einmalzahlung) die Metall- und Elektro-Industrie in der Höhe überfordern würde. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser. betont, dass „jede Branche ihren eigenen Weg finden muss“ und meint: „Es wäre sehr bedauerlich, wenn nicht aus der Situation der eigenen Branche heraus geurteilt würde.“ Dem kann man zustimmen. Es trifft jedoch nicht zu, dass die wirtschaftliche Lage der Chemischen Industrie besser ist, als die der Metall und Elektroindustrie. Denn 2006 war für die Metallindustrie ein herausragendes Boomjahr, auch im Vergleich mit der Chemischen Industrie. Die Produktion wuchs mit 7,7 Prozent gut doppelt so stark wie in der Chemie (3,5 Prozent). Aber auch der Gesamtumsatz, der Auslandsumsatz und die Produktivität legten in der Metallverarbeitung stärker zu als bei der Chemie.

 

Den Tarifabschluss im Bauhauptgewerbe (plus 3,5 Prozent bei 11 Monaten Laufzeit) haben die Metallarbeitgeber in der Öffentlichkeit wohlweislich nicht kommentiert. Ihre übliche Behauptung, dass es dieser Branche besser gehen würde als der Metall- und Elektroindustrie, war im Fall der Bauwirtschaft wohl selbst den Metallarbeitgebern zu abstrus.

 

Auch die Argumentation der IG Metall, dass die Auftragsbücher so voll sind wie noch nie, wird durch die aktuellen Zahlen aus Wiesbaden bestätigt: Die Auftragseingänge in der Industrie sind den vorläufigen Angaben zufolge im Februar gegenüber dem Vormonat um 3,9 Prozent kräftig angestiegen. Ihren Vorjahresbestand überschritten die Bestellungen im Januar/Februar um 8,8 Prozent. Die Bestelltätigkeit in der Industrie verzeichnet einen kräftigen Sprung nach oben. Von dieser Entwicklung dürften in den folgenden Monaten anhaltend positive Impulse für die Industrieproduktion ausgehen, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in einer Pressemeldung mit.

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Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

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