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25.11.2007 Von: MJ
Siemens-Chef entschuldigt sich
Jahrelang hat Siemens die AUB als eine Art Gegengewerkschaft zu IG Metall mit vielen Millionen Euro gepäppelt. Jetzt hat sich der Vorstandsvorsitzende, Peter Löscher ausdrücklich bei den Betriebsräten, der Belegschaft und bei der IG Metall entschuldigt.
 Peter Löscher
„Alles, was ich über dieses Thema weiß, hat bei mir persönlich den Eindruck erweckt, dass hier ein merkwürdiges und fehlgeleitetes Verhalten Platz gegriffen hat. Soweit dieses Verhalten aus der Mitte unseres Unternehmens genährt worden ist, möchte ich mich dafür ausdrücklich entschuldigen - bei den Betriebsräten, bei der Belegschaft und bei der IG-Metall", sagte Löscher bei einer Betriebsräteversammlung in Nürnberg.
Der Erste Vorsitzende der IG Metall und Mitglied im Siemens-Aufsichtsrat, Berthold Huber begrüßte Löschers Entschuldigung. „Jenseits der Strafverfolgung des Vorgangs akzeptieren wir die Entschuldigung von Herrn Löscher, sagte Huber. „Es ist zu begrüßen, dass Herr Löscher ganz offensichtlich, obwohl er nicht beteiligt war, zur Verantwortung des Unternehmens steht und sich zu den Verfehlungen bekennt.“
Auch der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer begrüßte die Entschuldigung: „Der Vorstoß Löschers verdient Respekt. Die Entschuldigung darf aber keinen Schlussstrich ziehen, Siemens muss helfen den Skandal restlos aufzuklären, sagte Neugebauer gegenüber der Süddeutschen Zeitung (Freitags-Ausgabe).
Wo bleibt Heinrich von Pierer?
Der Verein der Belegschaftsaktionäre fordert nach der Entschuldigung Löschers auch eine von Heinrich von Pierer: "Wir hätten uns dies eigentlich vom früheren Vorstandsvorsitzenden Heinrich von Pierer gewünscht, in dessen Amtsperiode die dubiosen Millionentransfers von ca. 50 Millionen Euro gefallen sind", erklärte der Verein.
Der Vereinsvorsitzende Manfred Meiler sagte: „Wir fordern Herrn Dr. von Pierer auf, sich ebenfalls für diesen Vorstoß gegen die innerbetriebliche Fairness zu entschuldigen."
Offene und ehrliche Kommunikation
Angesichts des bevorstehenden Konzernumbaus und der Sitzung des Aufsichtsrates nächste Woche, hatte IG Metall Bezirksleiter, Werner Neugebauer in einer Pressemeldung (siehe IG Metall Bayern fordert von Siemens...) von der Konzernspitze einen offenen Kommunikationsprozess und faire Beratungen gefordert: „Ein Konzernumbau im Hau-Ruck-Verfahren, nur um den Aktionären zu gefallen, kann sich langfristig als fatal für das Unternehmen erweisen und bricht mit den historischen Wurzeln des Konzerns.“ Neugebauer appellierte an die Unternehmensführung, die Arbeitnehmervertretung bei den anstehenden Betriebsänderungen mit einzubeziehen.
Bei der Betriebsrätekonferenz in Nürnberg ging Löscher auf diese Forderung ein und versprach" mit der Arbeitnehmerseite er eine offene, ehrliche und direkte Kommunikation“ zu führen. Dass sie erst über die Medien von wesentlichen Veränderungen erführen, werde es mit ihm nicht geben. "Siemens war, ist und bleibt ein integrierter Technologiekonzern" sagte Löscher und griff damit eine Formulierung der IG Metall auf.
 

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