Die tariflich vereinbarte Wochenarbeitszeit in Deutschland beläuft sich durchschnittlich auf 37,6 Stunden. In Ostdeutschland wird tariflich mit 38,8 Stunden deutlich länger gearbeitet als in Westdeutschland mit 37,4 Stunden. Dies geht aus dem Arbeitszeitkalender 2008 hervor, den das WSI-Tarifarchiv in der Hans-Böckler-Stiftung jetzt vorgelegt hat.
Die Unterschiede zwischen den 25 untersuchten Branchen und Tarifbereichen sind beträchtlich: Die tarifliche Wochenarbeitszeit schwankt zwischen 34 und 40 Stunden.
In einigen Branchen wurde in den vergangenen Jahren die tarifliche Wochenarbeitszeit erhöht: Im Bauhauptgewerbe stieg sie von 39 auf 40 Stunden, bei der Deutschen Bahn AG von 38 auf 39 Stunden und im öffentlichen Dienst bei Bund und Gemeinden West von 38,5 auf 39 Stunden und bei den Ländern West unterschiedlich von 38,5 auf bis zu 40,1 Stunden.
In der Metallindustrie sehen die Tarifverträge der IG Metall für Ostdeutschland die 38-Stunden-woche und für Westdeutschland die 35-Stunden-Woche vor. In der Textilindustrie gilt im Osten der Republik die 40-Stunden-Woche und im Westen die 38-Stunden-Woche. Im KFZ-Handwerk in Bayern schreibt der Tarifvertrag der IG Metall die 36-Stunden-Woche vor.
Der Arbeitszeitkalender dokumentiert die einzelnen Stufen der tariflichen Wochenarbeitszeitentwicklung seit Einführung der 40-Stunden-Woche in 25 Wirtschaftszweigen mit rund 14,4 Mio. Beschäftigten. Eine Chronik informiert über ausgewählte Tarifkonflikte um die Arbeitszeit.



