(Pressedienst 91/2006) Bei einer Konferenz mit ca. 300 Vertrauensleuten der IG Metall Bayern sprach heute in Bad Gögging der 2. Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, zum Thema „Gesellschafts- und tarifpolitische Herausforderungen der IG Metall."
Als „Irrweg“ und „verkappte Rentenkürzung“ bezeichnete Huber die von der Bundesregierung geplante Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre. Zudem verwies er auf die demografische Entwicklung als Herausforderung für die Unternehmen, die bislang noch sträflich unterschätzt würde. Nur 31 Prozent der Arbeitgeber fühlten sich beim Thema „alternde Belegschaft“ überhaupt betroffen. Einen möglichen Fachkräftemangel aufgrund der demografischen Entwicklung erwarten ganze 14 Prozent der Betriebe.
Berthold Huber: „Wir müssen die demografische Herausforderung jetzt anpacken – und zwar ganz schnell! Weil dieses Problem nur vorausschauend gelöst werden kann und nicht, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Immer größere Zumutungen, immer härtere Takte und immer ältere Beschäftigte – wie soll das bitte gehen?“
Der 2. Vorsitzende der IG Metall forderte in diesem Zusammenhang auch die Politik eindringlich dazu auf, eine Nachfolgeregelung für die Ende 2009 auslaufenden gesetzlichen Regelungen zur Altersteilzeit zu schaffen. „Wir lassen nicht zu, dass sich die Politik hier aus der Verantwortung stiehlt. Die Tarifpolitik ist nicht der Reparaturbetrieb für eine verfehlte und unsoziale Politik der Regierung.“
Gleichzeitig sprach sich Huber für eine tarifpolitische Begleitung dieses Prozesses aus. “Ohne tarifpolitische Vereinbarungen für Arbeitszeitkonten fehlt uns ein wichtiger Baustein für eine angemessene Regelung.“ Bislang habe die IG Metall schon in NRW und Baden-Württemberg Tarifverträge zu Arbeitszeitkonten abgeschlossen. „Ich bin überzeugt, dass wir sie flächendeckend brauchen“, sagte Huber. Er kritisierte in diesem Zusammenhang den Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (VBM), der sich bisher entsprechenden Verhandlungen verschlossen habe.


