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24.10.2007
IG Metall will Tarifvertrag für Leiharbeiter bei BMW bis Ende des Jahres

Mehr als zehn Prozent der Gesamtbelegschaft bei BMW sind Zeitarbeiter, im Werk Leipzig liegt der Anteil sogar bei 30 Prozent. Sie verdienen oft nur etwa die Hälfte ihrer fest angestellten Kolleginnen und Kollegen. Die IG Metall Bayern will bei BMW einen Tarifvertrag nach Audi-Vorbild durchsetzen, der für Leiharbeiter die gleichen Stundenlöhne vorsieht wie für das Stammpersonal.

Werner Neugebauer

Seit etwa 3 Wochen verhandelt die IG Metall Bayern mit BMW über eine neue Regelung für die Zeitarbeiter. IG Metall-Bezirkleiter Werner Neugebauer zeigte sich nun in einem Interview mit der Zeitschrift Automobilwoche zuversichtlich, dass bis Ende November ein Ergebnis erzielt werden könne. „Es kann nicht sein, dass sich eine Firma wie BMW auf Kosten der Ärmsten der Armen gesundstößt.“ „Ich habe den Eindruck, dass BMW eine Lösung will“, bekräftigte Neugebauer gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

 

Die Betriebsräte der BMW-Werke unterstützen die Bemühungen der IG Metall Bayern und hoffen, dass am Ende eine starke nachhaltige Verbesserung für die Zeitarbeitskollegen erreicht wird.

 

Auch Thomas Reitz, Deutschland-Chef der Zeitarbeitsfirma Manpower, zeigte Verständnis für die Forderung der IG Metall Bayern. „Ich bin immer dafür, Bedingungen für Mitarbeiter möglichst großzügig zu gestalten, insofern spricht nichts dagegen“, betonte er im Interview mit der Automobilwoche. Zugleich warnte Reitz die Gewerkschaften vor Versuchen, die Zeitarbeit in den Betrieben einzuschränken. Um Arbeitsplätze zu erhalten, müssten die Hersteller Zeitarbeiter weiterhin flexibel einsetzen können, sonst „werden Autos künftig in Bratislava gefertigt“.

 

In dem Gespräch mit dpa, wies Werner Neugebauer am Sonntag diese Kritik zurück, die IG Metall wolle die Leiharbeit nicht abschaffen. „Wir sehen sie als Ventil für Produktionsspitzen. Aber sie darf kein Ersatz für dauerhafte Arbeitsplätze sein. Manche Leiharbeiter machen seit acht Jahren denselben Job. Das hat nichts mehr mit Produktionsspitzen zu tun“, betonte Neugebauer. Die IG Metall strebt allerdings eine flexible Lösung für die unterschiedlichen BMW-Werke an.

 

Vorbild Audi / Adecco

Mit der Zeitarbeitsfirma Adecco hatte die IG Metall im August dieses Jahres einen Tarifvertrag für die Leiharbeitnehmer bei Audi abgeschlossen. Mitarbeiter von Adecco, die im Bereich der Automobilproduktion eingesetzt sind, erhalten demnach in den ersten drei Monaten einen Stundenlohn von 13,70 €. Danach erhöht sich das Einkommen auf 14,43 €. Bei zukünftigen Lohnerhöhungen in der bayr. Metall- und Elektroindustrie steigt das Einkommen der Adecco-Mitarbeiter entsprechend. Damit liegen die Löhne der Leiharbeitnehmer von Adecco am Audi-Standort Ingolstadt auf einem vergleichbaren Niveau mit dem eines Facharbeiters der bayr. Metall- und Elektronindustrie. (siehe auch: In Verbindung stehende News)

 

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