(München, 13.04.2006) In den zwei Wochen der ersten Warnstreikwelle beteiligten sich über 131 000 Beschäftigte aus 334 Betrieben an 243 Warnstreiks, Kundgebungen und Demonstrationen.
„Dies zeigt, die Menschen von der Arbeitgeberblockade und dem Liliput-Angebot haben die Schnauze voll“, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, nach Beendigung der ersten Warnstreikwelle in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie.
Für die Verantwortlichen im bayerischen Arbeitgeberverband und bei Gesamtmetall müsste die Abstimmung mit den Füßen von Arbeitern, Angestellten und Auszubildenden, große Nachdenklichkeit erzeugen. „Wer diese Signale nicht aufnimmt und nicht rasch ein akzeptables Angebot auf den Verhandlungstisch legt, steuert unweigerlich auf einen Großkonflikt zu.“
Die Gewerkschaft unternimmt am Mittwoch einen letzten Einigungsversuch in Bayern, um mit Verhandlungen eine Lösung im Tarifkonflikt herbeizuführen. „Bewegt sich nichts, dann ist rasch das Ende der Fahnenstange erreicht!“
Um den Druck auf die Arbeitgeber nochmals zu steigern, kündigt die IG Metall für nächste Woche massive Warnstreiks mit Kundgebungen an. „Hilft das auch nicht, dann sind wir innerhalb von wenigen Tagen bei einem möglichen Streik,“ sagte Neugebauer. Er forderte nochmals die Arbeitgeber auf, die Osterpause zu nutzen, um nächste Woche ein akzeptables Tarifergebnis auf dem Verhandlungswege zu erreichen.
Wegen der kompromisslosen Haltung der Arbeitgeber laufen die internen Streikvorbereitungen auf Hochtouren. Die IG Metall feilt an einem variablen und flexiblen Streikkonzept, damit ein hoher Druck ausgeübt werden kann. „Das grobe Gerüst steht. Jetzt sind nur noch Feinabstimmungen vorzunehmen. Dann können wir unverzüglich einen Arbeitskampf führen,“ sagte Neugebauer. „Ich hoffe, wir brauchen dieses Streikkonzept nicht. Es liegt in den Händen der Arbeitgeber, ob wir es einsetzen müssen.“


