Die Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung und dem Betriebsrat von Takata Petri sind ohne Ergebnis abgebrochen worden. Die Geschäftsführung zeigte sich nicht bereit, die Lenkradproduktion am Standort Aschaffenburg-Schweinheim zu erhalten. Betriebsrat und IG Metall stellen sich nun auf harte Auseinandersetzungen ein.
Am Freitag sind die Verhandlungen zwischen der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat ergebnislos abgebrochen worden. Wie der Bevollmächtigte der IG Metall Aschaffenburg, Herbert Reitz, mitteilte, standen nach Gesprächen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Takata Petri, Dr. Binder, am Mittwoch und Donnerstag die Einigungsmöglichkeiten nicht schlecht, im Streit um den Personalabbau von 335 Arbeitsplätzen zu einer Einigung zu kommen. Eine grundsätzliche Bereitschaft, die Lenkradproduktion zu erhalten wurde zunächst signalisiert. In den Gesprächen am Freitag bestand keine Bereitschaft mehr eine funktionsfähige Lenkradproduktion zu vereinbaren.
Offene Fragen…
In den Maßnahmen zur Optimierung der Logistik gab es ein gemeinsames Verständnis. Die Gespräche sind ins Stocken geraten, nachdem der Betriebsrat aufgefordert wurde, die Beibehaltung eines Teils der Lenkradfertigung durch Verzichte der Belegschaft gegen zu finanzieren und vor Beginn der Sozialplanverhandlungen die Abfindungshöhe zu begrenzen.
Betriebsrat und IG Metall hatten vor wenigen Tagen einen Katalog von Vorschlägen unterbreitet, wie der Produktionsstandort in Aschaffenburg Schweinheim gesichert und innovative Produkte in den nächsten fünf Jahren angesiedelt werden können. (siehe auch: Vorschläge zum Umbau des Takata Lenkradwerkes)
Die Vorschläge sind bisher auf ihre Umsetzung nicht geprüft worden. Es gibt auch keine schlüssige Erklärung des Vorstandes der Takata Petri zur Zukunft des Produktionsstandortes in Aschaffenburg Schweinheim. Völlig unverständlich ist das Verhalten der Verhandlungsdelegation der Arbeitgeberseite. Eine Vielzahl offener Detailfragen wurde bisher nicht beantwortet. Sie betreffen insbesondere die Kostenstrukturen, aber auch die künftige Produktorganisation.
… und harte Auseinandersetzungen
Betriebsrat und IG Metall stellen sich nun auf harte Auseinandersetzungen ein, die der 1. Bevollmächtigte der IG Metall im Interesse beider Seiten vermeiden wollte. Aber Reitz sagte auch: „Wenn wir durch die Erklärung des Vorstandes, die Verhandlungen scheitern zu lassen, herausgefordert werden, dann nehmen wir diese Herausforderung auch an. Über die Antwort der Belegschaft darf sich dann weder der Vorstand noch der Eigentümer wundern.“
Am Montag dem 12.10.2009 werden die IG Metall Vertrauensleute über den weiteren Fortgang beraten. Voraussichtlich am 15.10.2009 wird die Belegschaft in einer Betriebsversammlung über den Verhandlungsverlauf informiert. Mit weitreichenden Aktionen ist dann in der folgenden Woche zu rechnen.



