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28.08.2007
IG Metall und GBR von Siemens Enterprise:
bei Käufersuche Mitarbeiterinteressen berücksichtigen

Seit der Gründung der Siemens Enterprise GmbH & Co. KG zum 1. Oktober 2006 sucht die Siemens AG nach einem Käufer oder Partner für dieses Unternehmen. Auf diesem Weg will Siemens aus dem Geschäft aussteigen und die Verantwortung dafür los werden. Für die Beschäftigten ist dies mit erheblichen Risiken verbunden.

Wenn auch zum Beispiel die Ausgliederungen von Infineon und Wincor-Nixdorf teilweise als erfolgreich angesehen werden, sind die Beispiele der schiefgegangenen Verkäufe bei den Beschäftigten präsent. An der Spitze der Negativliste steht die an BenQ verkaufte Handysparte und ihre anschließende Pleite.

 

Deshalb verlangen IG Metall und der Gesamtbetriebsrat von Siemens Enterprise Communications (SEN) von der Siemens AG und der SEN-Geschäftsführung bei der Partner- bzw. Käuferauswahl die elementaren Interessen der Mitarbeiter zu berücksichtigen.

 

In einem Flugblatt (siehe Anhang), das seit heute verteilt wird, nennen IG Metall und Gesamtbetriebsrat fünf wesentliche Kriterien, die ein künftiger Partner gewährleisten muss.

  • Finanzkraft
  • Verbesserung der Marktposition
  • Vermeiden von Überschneidungen im Produkt- und Dienstleistungsangebot
  • Klares Bekenntnis zur Tarifbindung
  • Weiterführen der technischen und kaufmännischen Ausbildung
     

Die IG Metall-Mitglieder im künftigen Aufsichtsrat der SEN werden auf die Einhaltung dieser Anforderungen drängen.

 

Aufsichtsrat bestellt

Elf Monate nach Ausgründung der Siemens Enterprise Communication GmbH & Co KG aus der Siemens AG wurden durch Beschluss des Registergerichts am Amtsgericht München vom 13. August 2007 die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrates bestellt.

 

Aufgrund der Führungskrise in der Siemens AG zog sich diese Bestellung über Monate in die Länge.

 

Die Interessen der Belegschaft im künftigen Kontrollgremium des Unternehmens werden als innerbetriebliche Vertreter Walter Bläßing (Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates), Gerd Petzold (Betriebsratsvorsitzender SEN München H/P) und Günter Hameister (Betriebsratsvorsitzender SEN Hamburg), sowie als Vertreter der IG Metall Franz Tölle und Christiane Wilke wahrnehmen.

 

Für die leitenden Angestellten wurde Peter Haberzettl in den Aufsichtsrat bestellt

 

Details zum Stellenabbau weiterhin offen

Anfang August hatte die Geschäftsleitung den Wirtschaftsausschuss des Gesamtbetriebsrates mit ihre Personalabbaupläne konfrontiert.

 

Demnach will Siemens Enterprise Communications bis zum Jahresende über 600 der insgesamt knapp 5 500 Stellen streichen. Betroffen sind alle Bereiche und alle Standorte. Besonders hart soll es offenbar den Standort München mit insgesamt ca. 250 Stellenstreichungen treffen. Details zum geplanten Stellenabbau hat die Geschäftsführung allerdings immer noch nicht genannt.

 

Der Gesamtbetriebsrat hat inzwischen der Geschäftsführung einen umfangreichen Fragenkatalog zu den Perspektiven der SEN und den Gründen für die Personalabbauplanungen vorgelegt. Dieser Katalog zeigt die Lücken in den Planungen und Unternehmenskonzepten auf. Mit Hilfe des Beratungsunternehmens Kemper & Schlomski sowie der IG Metall arbeitet der Gesamtbetriebsrat jetzt daran, die Informationslücken zu schließen, die Unternehmenskonzepte zu bewerten und Alternativen zur Stärkung der wirtschaftlichen Basis zu erarbeiten.

 

Unmittelbar nach Bekanntgabe der Pläne zum Stellenabbau haben in allen Betrieben der SEN Betriebsversammlungen stattgefunden, die trotz der Urlaubszeit gut besucht waren. In den großteils sehr lebhaft verlaufenden Versammlungen wurde heftige Kritik an den Abbauplänen und der Informationspolitik der Geschäftsführung geübt. Als besonders befremdlich wurde das bundesweite Fernbleiben der Betriebs- und Geschäftsleitung in diesen Veranstaltungen empfunden: „Die Geschäftsführung hat gekniffen“, so die Kommentare von Mitarbeitern.

Dateien:
SEN-August07_01.pdf
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