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09.11.2005
Hände weg von Erschwerniszulagen und Pendlerpauschale

(München) Für die IG Metall Bayern ist klar, dass es im Rahmen der Haushaltskonsolidierung da und dort Streichungen und Eingriffe in Besitzstände geben wird. Jedoch dürfen mobile und flexibel arbeitende Beschäftigte nicht als Melkkühe zur Haushaltssanierung benutzt werden.

„Gerade in einem Flächenstaat wie Bayern ist es unabdingbar, dass weite Pendlerstrecken zur Arbeit zurückzulegen sind. Auch flexibel Arbeitende dürfen bei Nacht- und Wochenendarbeit durch steuerliche Veränderungen nicht finanziell belastet werden,“ sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern anlässlich der landesweiten Geschäftsführertagung in Amberg zu den Überlegungen bei den Koalitionsverhandlungen. Neugebauer: „Ein pendelnder Nachtarbeiter kann nicht mit einem Beschäftigten, der zur Normalschicht radeln kann, gleichgestellt werden.“ Wer Belastungen und Erschwernisse im Berufsleben hinnehmen müsse, bedürfe einer anderen steuerlichen Behandlung. Für den Gewerkschafter ist klar, dass die Normalarbeitszeit in einer Amtsstube, nicht mit den Belastungen eines in der Nacht oder am Wochenende arbeitenden Schichtarbeiters und einer Krankenschwester gleichzustellen ist. Sicher gibt es viele Möglichkeiten, um Subventionen abzubauen und Steuerschlupflöcher zu stopfen. Das Streichen oder das erneute Kürzen der Pendlerpauschale ist für Neugebauer der verkehrte Ansatz. „Mobile Arbeitnehmer dürfen nicht für ihre Flexibilität bestraft werden.“ Sie wären die Dummen, wenn sie durch lange Wege zur Arbeit erhebliche Kostenbelastungen in Kauf nehmen würden und dann denen gleichgestellt werden, die zu Fuß zur Arbeit gehen können. Neugebauer appelliert an die Verhandlungspartner der möglichen großen Koalition „nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten“, sondern die besonderen Erschwernisse bei Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit anders zu bewerten, damit in einer Industriegesellschaft flexibles Arbeiten nicht bestraft wird. Das wäre leistungshemmend. Er fordert die Industrieverbände auf, gemeinsam mit den Gewerkschaften auf die Politik einzuwirken, damit den besonders belasteten Arbeitnehmern steuerlich keine Nachteile entstehen. Neugebauer: „Wenn die Politik streicht, dann kann auf die Unternehmen eine neue Kostenwelle zukommen, da die Arbeitnehmer sicher die besonderen Erschwernisse vergütet haben wollen und dieses Geld auch brauchen.“

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