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Automobilkonferenz 2010
25.02.2010

Von: HR

Mitbestimmung fördert Frauen

In den Spitzenpositionen großer deutscher Unternehmen sind Frauen nach wie vor kaum vertreten: Nur 2,5 Prozent aller Vorstandsmitglieder der 200 größten Firmen sind weiblich. In den Aufsichtsräten halten Frauen hingegen immerhin ein Zehntel der Sitze - und zwar vor allem aufgrund der Mitbestimmung.

Kaum Veränderung in den Chefetagen

Die Hans Böckler-Stiftung zitiert eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), nach der sich in den vergangenen Jahren in den Spitzengremien großer deutscher Firmen in Sachen Gleichstellung wenig bewegt hat. Hatten beispielsweise im Jahr 2006 186 der 200 Top-Unternehmen keine Frau im Vorstand, waren es 2009 mit 171 nur geringfügig weniger. "Ganz oben ist die Luft besonders dünn", konstatieren die Forscherinnen: "In den 100 größten Unternehmen kommen Frauen nur auf 4 der insgesamt 441 Sitze."

Arbeitnehmerbänke bringen Frauen ins Boot

Etwas besser sieht es in den Aufsichts- und Verwaltungsräten aus, wo zumindest zehn Prozent weibliche Mitglieder zu finden sind. Hauptursache ist hier allerdings weniger eine andere Einstellung, als vielmehr die Unternehmensmitbestimmung, wie das Beispiel Siemens zeigt: Im zwanzigköpfigen Kontrollgremium sind drei Frauen vertreten, die alle auf der Arbeitnehmerbank sitzen. Insgesamt macht die Studie rund drei Viertel der weiblichen Aufsichtsräte als Arbeitnehmervertreterinnen aus; die wenigen Frauen auf der Kapitalseite stammen häufig aus Eigentümerfamilien.

Die Gründe für diesen Dauerzustand sind nach Erkenntnis der Untersuchung vielfschichtig. Zum einen bilden Männer in den Spitzengremien Netzwerke, in die Frauen kaum vordringen können; zum anderen greift auch auf diesem Niveau die schlechte Vereinbarkeit von Karriere und Familie, ergänzt durch einen Mangelan weiblichen Vorbildern und Rollenmustern.

Freiwillige Selbstverpflichtung zeigt wenig Wirkung

Daran ändert auch die freiwillige Selbstverpflichtung aus dem Jahr 2001 wenig, welche die Chancengleichheit in der Privatwirtschaft fördern und mehr Frauen in Führungspositionen bringen sollte: "Dieser Anspruch kann in Bezug auf die Spitzengremien der Unternehmen als gescheitert angesehen werden", fassen die Forscherinnen das Ergebnis der unverbindlichen Absichtserklärung zusammen.

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