(München) Seit Ende der Friedenspflicht haben nach Abschluss der ersten großen Warnstreikphase in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie in knapp 567 Betrieben und bei 350 Aktionen über 235 000 Arbeiter, Angestellte und Auszubildende befristet die Arbeit niedergelegt und bei Kundgebungen und Demonstrationen für höhere Einkommen, Vermögenswirksame Leistungen und Tarifregelungen für Qualifizierung und Innovation teilgenommen.
„Diese große Beteiligung zeigt die explosive Stimmung in den Betrieben. Die überwältigende Teilnahme hat uns überrascht. Sie zeigt zugleich die Entschlossenheit der Beschäftigten für ihre Interessen zu kämpfen“, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern. Er forderte die Arbeitgeber in Bayern auf, dieses Wochenende für eine Lösung am Verhandlungstisch zu nutzen. „Anderenfalls stehen wir vor einem Großkonflikt. Wir sind gut vorbereitet und die Belegschaften werden in den Streik treten.“
In dieser Woche legten alleine über 100 000 Beschäftigte in über 230 Betrieben bei 106 Warnstreiks und Kundgebungen die Arbeit nieder.
Bei der Kundgebung an der Bamberger Wunderburg der Bosch-Betriebe und Belegschaften aus sechs weiteren Betrieben beteiligten sich über 4 500 Beschäftigte, die anschließenden nicht mehr die Arbeit aufgenommen haben. In Regensburg bei BMW und weiteren Metall-Betrieben protestierten heute Vormittag 3 800 Beschäftigte. Sie legten für 3 Stunden die Arbeit nieder.
In Lohr am Main legten 2 500 Beschäftigte der Firmen Bosch Rexroth, Rexroth Guss und Indramat in der Frühschicht die Arbeit für einige Stunden nieder. Bei Linde in Aschaffenburg gingen in Frühschlussaktionen über 3 000 Beschäftigte eher ins Wochenende. Beim Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer in Würzburg legten für mehr als zwei Stunden 1 250 Arbeiter und Angestellte die Arbeit nieder.
Mit Frühschlussaktionen legten bis Mittag knapp 25 000 Beschäftigte in 60 Betrieben die Arbeit nieder. Bis zum späten Abend rechnet die IG Metall noch mit Arbeitsniederlegungen durch Frühschlussaktionen und Kundgebung in 11 Betrieben mit 4 000 Beteiligten.
„Unerwartet viele haben heute bei Kundgebungen sowie Frühschlussaktionen den Betrieb verlassen und dokumentiert, dass sie gemeinsam mit der IG Metall für höhere Einkommen kämpfen werden. Das eindeutige Signal muss doch jeder Arbeitgeber verstehen“, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern.


