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13.02.2008
Angebot der Stahl-Arbeitgeber provoziert Ausweitung der Warnstreiks

Weit unter den Erwartungen der Beschäftigten blieb das Angebot der Arbeitgeber für die 85 000 Beschäftigten in der westdeutschen Stahlindustrie. Die Arbeitgeber haben in der dritten Verhandlungsrunde eine Einkommenssteigerung um 3,5 Prozent angeboten, für eine Laufzeit von 16 Monaten. Als Reaktion auf dieses völlig inakzeptablen Angebot, wird die IG Metall jetzt ihre Warnstreiks ausweiten.

Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter NRW (mittleres Bild): "Das Angebot ist in der Höhe viel zu niedrig, in der Laufzeit deutlich zu lang und damit in der Gänze inakzeptabel. So provozieren die Arbeitgeber nur weitere massive Warnstreiks."

 

Vor dem Verhandlungsbeginn am Dienstag hatten über 1 000 Auszubildende aus 13 Stahlstandorten mit fantasievollen Aktionen vor dem Verhandlungslokal ihre Forderung nach Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro bekräftigt. So wurden den Arbeitgebervertretern u.a. gebackene 100 € überreicht.

 

Auch eine Arbeitszeitverkürzung für die Beschäftigten über 50 Jahre lehnte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber Helmut Koch ab. Die Arbeitgeber seien aber bereit, über eine "Weiterentwicklung des Tarifvertrages zur Gestaltung des demografischen Wandels" zu verhandeln.

 

Warnstreiks werden jetzt massiv ausgeweitet

Über 16 000 Beschäftigte hatten in den vergangenen Tagen in 58 Betrieben der Stahlindustrie mit Warnstreiks mit einer Dauer von bis zu acht Stunden für Produktionsstillstände gesorgt.

 

Am heutigen Mittwoch hat die Tarifkommission den Verhandlungsstand und die nächsten Maßnahmen beraten: Zusätzlich zu den ab morgen geplanten weiteren Warnstreiks, werden ab sofort auch alle Vorbereitungen für Urabstimmung und Streik aufgenommen.

 

Am Donnerstagwerden Beschäftigte aus drei Unternehmen im Siegerland in den Warnstreik gehen. Am Freitagsind Warnstreiks u.a. in Duisburg, Krefeld, Osnabrück und Salzgitter geplant. Auch am Montag und Dienstag der kommenden Woche wird es weitere Warnstreiks geben.

 

Die nächste Verhandlungsrunde findet am Dienstag, den 19.02.2008 in Ratingen statt. Vor dem dortigen Verhandlungsort wird es ab 14.30 Uhr eine Kundgebung geben. Delegationen aus allen Stahlunternehmen werden zur vierten Verhandlungsrunde anreisen. Sollte in dieser Verhandlungsrunde kein Angebot vorliegen, dem die IG Metall zustimmen kann, wird sie die Urabstimmung über Streiks einleiten.

 

Oliver Burkhard: "Nach der vierten Verhandlungsrunde gibt es entweder ein "Ja" zu einem ordentlichen Abschluss oder ein "Ja" zu Urabstimmung und Streik. Mit ihrem Angebot sind die Arbeitgeber noch Meilen von dem entfernt, was den Beschäftigten in dieser ausgezeichneten Branchensituation zusteht."

 

Die IG Metall fordert 8 Prozent höhere Einkommen sowie um 100 € höhere monatliche Ausbildungsvergütungen. Verhandelt wird zudem über eine Arbeitszeitverkürzung für Ältere.

 

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Tarifrunde 2012

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