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07.03.2008
Einigung über den Ergänzungstarifvertrag bei Audi

Audi wollte einen Ergänzungstarifvertrag deutlich ausweiten, für die betroffenen Beschäftigten sollte eine 39-Stunden-Woche gelten und die Regelung zur schrittweisen Arbeitszeitverkürzung ab Vollendung des 58. bzw. 60. Lebensjahres entfallen. Im Rahmen eines Spitzengespräches haben sich beide Seiten jetzt darauf geeinigt, dass der Geltungsbereich des ETV nicht ausgeweitet wird.

An dem Spitzengespräches waren die IG Metall Bezirksleitungen Bayern und Baden Württemberg, die Betriebsratsvorsitzenden der beiden Audi Werke Ingolstadt und Neckarsulm und Vertreter des Unternehmens beteiligt.

 

Im Einzelnen einigten sich die Beteiligten am Mittwoch Abend auf folgende Regelungen:

 

Der ETV bei Audi wird mit geänderten Bedingungen bis zum

31. Dezember 2011 verlängert. Der Geltungsbereich des  Ergänzungstarifvertrag wird nicht ausgeweitet. Die Arbeitszeit im bestehenden ETV wird nicht auf 39 Stunden erhöht. Es bleibt bei 37 Stunden.

 

Die bisherige Mehrarbeitszeitregelung, wonach bis 130 Stunden Zuschlagsfrei pro Jahrgearbeitet wird, entfällt. Vielmehr werden jetzt ab der 1. Stunde Zuschläge wieder bezahlt.

 

Die schrittweise Arbeitszeitverkürzung ab Vollendung des 58. bzw. 60. Lebensjahres bleibt grundsätzlich bestehen. Ausnahmen können im ETV von den Betriebsparteien im Rahmen von Konzepten zur Arbeitsgestaltung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels der Belegschaft vereinbart werden.

 

Leistungsgeminderte, für die ein Ersatzarbeitsplatz nur im Geltungsbereich des ETV gefunden wird, bekommen einen Zeitausgleich von 2 Stunden pro Woche gutgeschrieben.

 

Es wird eine paritätisch besetzte betriebliche Kommission eingerichtet, die vor jeder Ausgliederung prüft, ob eine Beibehaltung des Bereichs bei der Audi AG im Rahmen des ETV möglich ist.

 

Der Tarifvertrag kann frühestens zum  31.12.2011 gekündigt werden. Im Falle einer Kündigung haben beide Parteien 6 Monate Zeit sich auf eine Fortsetzung zu verständigen. Gelingt dies nicht  endet der ETV ohne Nachwirkung.

 

Das Verhandlungsergebnis wird derzeit textiert. Die IG Metall  Tarifkommissionen Ingolstadt und Neckarsulm werden am Montag den 10. März 2008 jeweils an ihren Standorten über die Annahme entscheiden.

 

Um das nunmehr erzielte Ergebnis wurde zwischen Audi und der IG Metall hart gerungen. Nach einer breiten Debatte in den Belegschaften, einer Zusammenkunft mit Betroffenen und einer lebhaften und sehr emotionalen Betriebsversammlung bei Audi in Ingolstadt haben die IG Metall Tarifkommissionen und der Gesamtbetriebsrat sich klar positioniert: Vorrangiges Ziel der IG Metall ist und bleibt die Sicherheit der Arbeitsplätze bei Audi! Dazu gehört auch, dass die Audi-Konditionen für alle Belegschaftsmitglieder bestehen bleiben. Wir wollen keine Spaltung der Belegschaft in erste, zweite oder dritte Klasse!

 

Die Mitglieder der IG Metall Tarifkommission von Audi Ingolstadt und Audi Neckarsulm sprachen sich gegen eine Ausweitung des Geltungsbereiches und eine Erhöhung der Arbeitszeit für die Arbeitnehmer die im Rahmen des ETV beschäftigt sind aus.

 

Die Tarifkommission appellierte an das Unternehmen, zeitnah, noch vor dem ersten Verhandlungstermin, mit der IG Metall und dem Betriebsrat eine einvernehmliche Lösung zu suchen.

 

Die nun gefundene Einigung ist ein sehr gutes und faires Ergebnis, freut sich Peter Mosch Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates bei Audi.

 

Die IG Metall und der Betriebsrat bedanken sich deshalb beim Vorstand, Herrn Rupert Stadler und Herrn Dr. Werner Widuckel für ihre Gesprächsbereitschaft und ihre Aufgeschlossenheit vor allem auf die Argumente der Arbeitnehmer einzugehen und diese pragmatische und für alle Betroffenen positive Lösung ermöglicht haben.

 

Jörg Schlagbauer VK Leiter der IG Metall bei Audi in Ingolstadt: „Ohne die breite Solidarität und Unterstützung der gesamten Belegschaft wäre diese Lösung nicht möglich gewesen.“

 

Für Johann Horn 1. Bevollmächtigter der IG Metall Ingolstadt ist die Fortschreibung des Vertrages zu verbesserten Bedingungen für die Beschäftigten ein wichtiges Signal auch über Audi hinaus. „Hier hat eine Unternehmensleitung bewiesen das sie nicht nur die Unternehmensrendite sondern auch die Belegschaft im Blick hat. Und die Belegschaft hat bewiesen das solidarisches gemeinsames Handeln erfolgreich ist. So stelle ich mir einen attraktives Unternehmen vor.“

 

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Tarifrunde 2012

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