für die langfristige Sicherung ihrer Arbeitsplätze
(Pressedienst 56 / 2007) Unter dem Motto „Der Worte sind genug gewechselt – jetzt werden Zeichen gesetzt“, haben heute über 2 300 Beschäftige des EADS-Werkes in Augsburg während der Arbeitszeit für den Erhalt ihres Werkes und die langfristige Sicherung der Arbeitsplätze demonstriert.
Die Beschäftigten protestierten vor allem dagegen, dass Verkaufsverhandlungen geführt werden, ohne dass zuvor Regelungen über den Erhalt der sozialen Standards, des Kündigungsschutzes, der notwendigen Investitionen, der Beteiligung am A 350-Programm und des Ausschlusses weiterer Verlagerungen vereinbart wurden. Sie forderten den Erhalt des Augsburger Werkes und der Produktions- und Fertigungskompetenz am Standort.
„Es gibt Zeiten zum Arbeiten, Zeiten zum Reden und es gibt Tage, da muss gehandelt werden“ sagte IG Metall Bezirksleiter Werner Neugebauer mit Blick auf die seit Monaten währende Hängepartie um das EADS-Werk in Augsburg. Er warnte Politik und Unternehmen: „wenn nicht bald klar wird was mit den Menschen in Augsburg, Varel, Nordenham und Laupheim passiert, werden Sie noch viele Tage wie den heutigen erleiden müssen.“
Die Aussagen von Airbus-Chef Thomas Enders vom Wochenende, wonach Teile der Produktions- und Zulieferbereiche nach China oder Russland verlagert werden könnten, nannte Neugebauer eine „Bankrotterklärung der sogenannten bundesdeutschen Technik-Elite und eine Kampfansage an die Beschäftigten“. Viel Engagement und Wissen der Arbeitnehmer sei in die Forschung und Entwicklung von Airbus geflossen, aber auch viele Millionen Euro aus Steuermitteln. Neugebauer forderte daher Bundesregierung und Bayerische Staatsregierung auf, offenzulegen wie viel Geld aus Steuermitteln das Unternehmen erhalten habe. Er verlangte vom Bayerischen Ministerpräsidenten sich einzumischen und klar Position zu beziehen.
Es sei ein Skandal, wie das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern umgehe, sagte Neugebauer: „wir wollen beteiligt werden, wir wollen endlich wissen, wohin die Reise geht, wir wollen nicht verhökert werden, wie die Pferde auf dem Viehmarkt“. Die Beschäftigten hätten einen Anspruch auf Beteiligung am weiteren Prozess.
Wenn es nicht im Guten und im Konsens gehe, dann wenn werde die IG Metall gemeinsam über alle Standorte Sozialtarifverträge erkämpfen: „Ich verspreche Herrn Enders einen heißen Tanz“ sagte Neugebauer.
Auch der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Bernd Herbich forderte den Erhalt des Augsburger Werkes in seinem militärischen und zivilen Teil, sowie die Beteiligung an den künftigen Airbus-Programmen A 350 und A 320 NEW. Unter lautem Beifall der Beschäftigten mahnte er den Erhalt der Tarifbindung und den Fortbestand aller Betriebsvereinbarungen an. Herbich erinnerte daran, dass 2007 das beste Auftragsjahr in der Airbusgeschichte ist. Die Probleme des Konzerns seien nicht der Markt, der Dollar oder gar die Beschäftigten, die Probleme seien ein inkompetentes Management ohne Konzepte.
Augsburgs Oberbürgermeister Paul Wengert sagte in seinem Grußwort: Für die Beschäftigten und für eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze sei eine rasche Klärung der Zukunft des EADS-Werkes notwendig: „Die Werke dürfen nicht wie Schachfiguren auf dem Schachbrett der Großen hin und her geschoben werden. Jetzt müssen wir aufpassen, dass die Bauern nicht für die Könige geopfert werden.
An der Kundgebung nahmen auch Delegationen der EADS-Werke in Hamburg, Bremen, Varel, Laupheim, Manching, Donauwörth und Dresden teil und bekundeten ihre Solidarität mit den Augsburger Kollegen.





