(München) Für die Beschäftigten und die IG Metall sind die geforderten Einkommenseinbußen des MAN-Vorstandes von 30 Prozent nicht akzeptabel.
„Wenn MAN mit den Betriebsräten und der IG Metall ernsthaft verhandeln will, dann muss das 5-Punkte-Papier des Nutzfahrzeuge-Vorstandes vom Tisch, sagte Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern bei der Bildung einer betrieblichen Tarifkommission für MAN-Nutzfahrzeuge und NEOMAN. MAN verkündete Rekordgewinne für das abgelaufene Geschäftsjahr und prognostiziert diese für das laufende Geschäftsjahr. Unter diesen ökonomischen Rahmenbedingungen ist für Neugebauer nicht nachvollziehbar, warum sich der Nutzfahrzeughersteller in die Reihe der Erpressungstäter einfügt. Offenbar um zusätzlichen Profit und die Steigerung des Aktienkurses zu erreichen, müssen die bundesdeutschen hochproduktiven Arbeitnehmer bluten und sollten auf knapp ein Drittel Einkommen verzichten.
Hier wird gutes Geld durch effizient arbeitende Menschen verdient. Um den Konzern künftig profitabel zu halten, verlangen die Belegschaftsvertreter ein Zukunftskonzept. Dieses müsse nach Neugebauer mindestens zeigen, dass die vier deutschen Standorte im MAN-Verbund bestehen bleiben, mit welchen Produkten sie ausgelastet und welche Investitionen getätigt werden. Hakan Samuelson habe wohl einen ökonomischen Knick in der Optik. Wenn aus dem MAN-Slogan „Mehr - Aktien - Nutzen“ eine vernünftige Alternative für die Beschäftigten werden sollte, dann heißt sie für Betriebsräte und Gewerkschaft Mensch - Arbeit - Nutzen.
Die IG Metall ist zur Verhandlungen für einen Zukunftstarifvertrag bereit. Dieser müsse den Menschen und dem Unternehmen gleichzeitig dienen, ohne jedoch eine soziale Spirale nach unten auszulösen. Einseitige Konkurrenzvorteile für einen Nutzfahrzeughersteller könne es nach Neugebauers Einschätzung nicht geben. Damit ohne Vorbedingungen verhandelt werden kann, hat die IG Metall eine bundesweite Tarifkommission für den Bereich MAN-Nutzfahrzeuge und NEOMAN gebildet, in der alle beteiligten Standorte und IG Metall-Bezirke vertreten sind. Die Verhandlungsführung obliegt dem bayerischen IG Metall Bezirksleiter Werner Neugebauer.


