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01.12.2006
Schaeffler KG will Abweichung vom Flächentarif in Ingolstadt

(Pressedienst 97/2006) Am Donnerstag, 30. November, haben die Werkleitung, Vertreter der bayerischen Metallarbeitgeber (VBM) und die IG Metall Verhandlungen über die Sicherung des INA Werkes in Ingolstadt aufgenommen. Die Schaeffler KG verlangt von den Beschäftigten einen Beitrag zu Investitionen für neue Produkte am Standort.

Dies würde bedeuten, dass für die Arbeitnehmer vom Tarifvertrag der Bayerischen Metallindustrie abweichende Regelungen getroffen werden.

 

Grundsätzlich ist dies nicht nur bei einer akuten wirtschaftlichen Schieflage möglich, sondern auch dann wenn es, wie bei dem INA Werk in Ingolstadt, um eine Entwicklung des Betriebs und eine nachhaltige Sicherung der Beschäftigung geht. Beides ist derzeit in Frage gestellt. Produkte laufen aus, die Zahl der Arbeitnehmer geht zurück. Derzeit beendet der letzte Azubi seine Ausbildung im Ingolstädter Werk.

 

Obwohl für die INA in Ingolstadt derzeit noch die 2004 auf Konzernebene vereinbarte Standortsicherung gilt, ist die IG Metall nach Prüfung der vorgelegten Unterlagen auf die Aufforderung zu Verhandlungen eingegangen
Johann Horn, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Ingolstadt: „Es geht um die Zukunft des Werkes. Hier müssen dringend Investitionen in neue Produkte angeschoben werden. Die Auszehrung des Standorts ist ja schon mit den Händen zu greifen.“

 

Die IG Metall und Betriebsrat sind nach Diskussionen mit den gewerkschaftlichen Vertrauensleuten gemeinsam mit folgenden Forderungen zur Zukunftssicherung des Werkes Ingolstadt in die Gespräche gegangen:

+ Garantien für neue Produkte für Ingolstadt, die die Beschäftigung dauerhaft sichern. Zuschlag für das Multiair-Projekt für Ingolstadt.
+ Zusagen für entsprechende Investitionen in Anlagen und Maschinen.
+ Langfristiges Entwicklungskonzept für das Werk, das die räumlichen Probleme löst
+ Sicherung von umgerechnet 440 Vollzeitstellen bis 2014
+ Keine betriebsbedingten Kündigungen während der Laufzeit
+ Ingolstadt muss wieder Ausbildungsstandort werden – für die Zukunft der Jugend und für die Zukunft des Werks. D.h. mindestens drei Auszubildende pro Jahr.

 

Im Gegenzug für eine langfristige Standort- und Beschäftigungssicherung ist die IG Metall zu Verhandlungen über Abweichungen vom Flächentarifvertrag bereit.

 

Nach der ersten Gesprächsrunde wird nun die betriebliche Tarifkommission der IG Metall die weitere Vorgehensweise beraten. Sicher ist, es wird noch eine Reihe weiterer Termine zwischen dem Unternehmen und der IG Metall geben.

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Tarifrunde 2012

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