(Pressedienst 05 / 2008) Die IG Metall Bayern hat vor kurzsichtigem Renditedenken und einer permanenten Verunsicherung der Beschäftigten bei BMW gewarnt. „Nur Personal abbauen zu wollen ist noch kein tragfähiges Konzept für die Zukunft“, erklärte der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer nach Bekanntgabe des Unternehmens, sich von insgesamt 8.100 Beschäftigten trennen zu wollen.
Ein Gewinn vor Steuern von 3,7 Milliarden Euro pro Jahr langt BMW offenbar nicht mehr, kritisierte Neugebauer. Daher sollen nun weltweit insgesamt 8.100 Stellen gestrichen werden, davon 7.500 in der Bundesrepublik. Deshalb will BMW mit 2.500 Stammbeschäftigten in Deutschland Aufhebungsverträge abschließen.
Neugebauer: „Herr Baumann glaubt offenbar, den Scharfmacher spielen zu müssen und durch eine permanente Verunsicherung der Belegschaft den Börsenkurs in die Höhe treiben zu können. Wir waren bisher bei BMW eine andere Kultur im Umgang mit den Beschäftigten gewöhnt. Wenn BMW diese Kultur ändern will, wird sich auch die IG Metall anders aufstellen.“
Der IG Metall-Beauftragte für BMW, Horst Lischka, wies auf die Arbeitszeitkonten zur Beschäftigungssicherung hin, die betriebsbedingte Kündigungen jeweils für die nächsten sieben Jahre ausschließen. Lischka: „Wir wissen, dass derzeit die BMW-Personaler im Werk unterwegs sind und in Einzelgesprächen Beschäftigte dazu zu drängen, Aufhebungsverträge zu unterschreiben. Wir haben eine knallharte Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung, an der kommt keiner vorbei. IG Metall-Mitglieder können sich bei ihrer Gewerkschaft beraten lassen, wenn ein solches Ansinnen an sie herangetragen wird.“
Auch der Vorsitzendes des Gesamtbetriebsrates, Manfred Schoch, forderte die Beschäftigten auf, sich einen solchen Schritt genau zu überlegen: "Wichtigstes Element unserer Vereinbarung bei BMW ist die Beschäftigungssicherung. Es wurde juristisch eindeutig vereinbart, das betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind. Kein Mitarbeiter kann gegen seinen Willen gezwungen werden, einen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen."
Aufgrund der geltenden Beschäftigungssicherung sind die Arbeitsplätze bei BMW für die nächsten sieben Jahre gesichert, betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen. Beschäftigte sollten sich daher nicht unter Druck setzen lassen.
Werner Neugebauer bezweifelt, dass sich die von BMW angestrebten Abbauzahlen verwirklichen lassen: „Ich glaube nicht, dass 2.500 Beschäftigte freiwillig einen Aufhebungsvertrag unterschreiben und nach allem was wir aus den Werken hören, werden die Leiharbeitnehmer dort gebraucht um Autos zu bauen.“


