aktueller Pfad: Home » Nachrichten » Ansicht
18.01.2008
In Bayern: soviel Zweitjobs wie noch nie

Die Zahl der Zweitjobs ist in Bayern auf einen historischen Höchststand gestiegen. Nach Angaben des DGB Bayern haben rund 377 000 Beschäftigte in Bayern im vergangen Jahr zusätzlich zu ihrer regulären Arbeit einen Nebenjob ausgeübt. Die Zahl der Zweitjobber ist damit seit 2005 um rund 17 Prozent gestiegen.

Fritz Schösser

Bayerns DGB-Vorsitzender Schösser wertet den hohen Zuwachs an Zusatzjobs als Beleg, „dass der zweijährige Konjunkturaufschwung an vielen Beschäftigten vorbeigeht.“ Stagnierende Löhne, prekäre Arbeitsverhältnisse und steigende Verbraucherpreise hätten dazu geführt, dass die Einkommen oft nicht mehr ausreichen. Viele Menschen müssten zusätzliche Nebenjobs ausüben, um über die Runden zu kommen. „Während bei Managergehältern und Aktienspekulanten der Trend zum Zweit-Porsche anhält, geht bei vielen Arbeitnehmern der Trend zum Zweit- oder Dritt-Job“, konstatierte Schösser.

 

Nach einer Auswertung des DGB ist die Zahl der im Nebenjob geringfügig entlohnten Beschäftigten in Bayern von 320 586 im Jahr 2005 auf 377 153 im Jahr 2007 gestiegen. Das entspricht einem Wachstum von 17 Prozent. Vor allem in den großen Städten Bayerns liegt die Zuwachsrate zum Teil deutlich darüber. So stieg die Zahl der Zweitjobber seit 2005 in Regensburg um 21 Prozent auf 6.854, in Augsburg um 19 Prozent auf 10 171, in München um 15 Prozent auf 54 914 und in Nürnberg um 17 Prozent auf 20 501.

 

„Der starke Anstieg der Zusatzjobs zeigt, dass die Haushaltseinkommen im Sinkflug sind“, sagte Schösser. Dies mache sich besonders in den städtischen Ballungszentren Bayerns bemerkbar, da dort die Lebenshaltungskosten besonders hoch sind. Es sei deshalb längst überfällig, „dass der Aufschwung für alle kommt.“ Arbeitnehmer müssten durch kräftige Lohn- und Gehaltszuwächse von der guten Wirtschaftsentwicklung profitieren, hob Schösser mit Blick auf die laufenden Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst und den Streit um Mindestlöhne hervor.

 

Druckansicht weiterempfehlen
Share/Bookmark/Subscribe


Tarifrunde 2012

Kampagnen der IG Metall:

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.

Sie benötigen eine aktuelle Version des Flash-Players, damit dieses Video angezeigt werden kann.
Flash-Player aktualisieren.