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17.10.2006
Citigroup stufte BenQ schon Anfang 2005 als "High Risk" ein

(Pressedienst 86/2006) Siemens-Chef Klaus Kleinfeld verkündet seit BenQ's Insolvenzankündigung allenthalben, man habe bei der Übergabe an BenQ aufrichtig geglaubt, der Handy-Sparte in diesem Unternehmen gute Zukunftsperspektiven zu geben. Eine „tragfähige und nachhaltige Perspektive“ sei man Kunden, Lieferanten und Investoren schuldig –

„vor allem aber Ihnen, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, formulierte er in einer Mitarbeitermail vom 7. Juni 2005.

Bei näherem Hinsehen fällt hier nicht nur die Differenz zwischen den gezahlten 500 Millionen Euro und geschätzten Sanierungskosten von vier Milliarden im eigenen Haus auf:

Am 31. März 2005, also kaum mehr als zwei Monate, bevor der Siemens-Aufsichtsrat den Verkauf des Handy-Geschäfts an BenQ entschied, veröffentlichte Citigroup Smith Barney, die Investmentabteilung der Citigroup, eine Analyse über BenQ. Die Autoren des Reports stammen aus der Citigroup in Taipeh.

Die Analysten stuften BenQ schon damals als "High Risk"-Unternehmen ein und empfahlen Aktienhändlern folgerichtig "Sell".

Klaus Kleinfeld ist Board-Mitglied der Citigroup. Es ist auszuschließen, dass dieser Analystenreport ihm bzw. seinen Mitarbeitern nicht bekannt war.

Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „Entweder die verantwortlichen Manager bei Siemens haben damals tief geschlafen, oder sie haben ihre Beschäftigten sehenden Auges ins Verderben geschickt. Beides ist unentschuldbar.“

In der Zusammenfassung von Citigroup Smith Barney heißt es u.a.:
„Das EBIT wird um 18% im Jahresvergleich fallen durch sinkende Stückzahlen bei Handys, niedrigere Margen bei optischen Laufwerken und durch steigende Stückzahlen bei Flachbildschirmen mit niedrigen Margen.[…]

Fazit: Aufgrund des voraussichtlichen EBIT-Einbruchs und durch die Verluste von AUO (BenQ-Beteiligung) erwarten wir, dass der BenQ-Vorsteuer-Profit um fast 60% fällt. Wir behalten daher unsere Prognose der Abwärtsrisiken bei.[…]

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