... hat nach einer aktuellen Wirtschaftsanalyse die Metall- und Elektrobranche in Deutschland - zumindest in den Chefetagen. Bei den Beschäftigten hingegen kommt statt dessen nach wie vor eher der Druck auf Arbeitsplatz und Einkommen an.
Eine IG Metall-Untersuchung der Situation von von 40 börsennotierten Metall- und Elektrounter-nehmen kommt zu dem Fazit: "Hochstimmung bei Unternehmern - Beschäftigte unter Druck". Warum das so ist, liegt auf der Hand: Um steigende Umsätze und Gewinne an den Beschäftigten vorbei in die eigenen Kassen zu leiten, wird emsig geklagt, eigentlich sei alles gar nicht so gut, wie es aussehe.
Ein beliebtes Argument ist der angebliche Zwang zu ständiger Renditesteigerung, um im inter-nationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die Analyse zeigt allerdings ein anderes Bild: "Offizielle Analysten-schätzungen der Banken und Ratingagenturen erwarten ausgehend vom Jahr 2005 bis zum Jahr 2007 eine Umsatzsteigerung von gut 10 Prozent sowie eine gleichzeitige Erhöhung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern von rund 60 Prozent." Dass obendrein die Umsatzrendite überproportional wächst, ist das Sahnehäubchen für Unternehmer und Aktionäre.
Grund zur Klage?!?
Löhne und Gehälter hingegen bleiben weit hinter dieser erfreulichen Entwicklung zurück und stagnieren. In den vergangenen Jahren gab es keine wesentlichen Gehaltsteigerungen; trotz der Umsatzverbesserung verdiente ein Beschäftigter der betrachteten Unternehmen etwa 2005 gerade einmal 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Im selben Jahr genehmigten sich die Vorstände der DAX-Unternehmen übrigens durchschnittlich rund 14 Prozent mehr.
Damit nicht genug, gehen die Beschäftigten trotz anziehender Konjunktur nicht nur vielfach leer aus, man verlangt auch noch Zugeständnisse, um gute Ergebnisse noch einmal zu verbessern. Noch immer wird Produktion vergelagert, noch immer werden Stellen gestrichen. Was dabei übersehen wird, ist eine ökonomische Grundwahrheit: was in den den Unternehmen produziert wird, erbringt nur dann einen Mehrwert, wenn es auch einen Absatzmarkt dafür gibt. Der boomende Export ist in diesem Zusammenhang die eine Seite der Medaille, die vielbeklagte schwache Binnennachfrage die andere. Um sie zu steigern, muss am Markt erst einmal die finanzielle Fähigkeit vorliegen, die angebotenen Produkte zu erwerben - also eine Fähigkeit, die maßgeblich durch die Lohnpolitik der Unternehmen bestimmt wird.
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Die ausführliche Analyse aus der Reihe "Aktuelle wirtschaftspolitische Analysen der IG Metall" können Sie als PDF über untenstehenden Link (wirtschaft-aktuell.pdf) herunterladen.
- Dateien:
wirtschaft-aktuell.pdf


