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24.07.2008
IG Metall Bayern kündigt für Metallindustrie Entgelttarifverträge und Tarifvertrag zur Altersteilzeit

(Pressedienst, 31 / 2008) Die Tarifkommission der IG Metall Bayern hat heute in Augsburg die Kündigung der Entgelttarifverträge für die ca 720.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Bayern beschlossen. Auch der Tarifvertrag zur Altersteilzeit wird gekündigt.

Die IG Metall Bayern startet damit in die Tarifrunde 2008 für diese Branche, die hervorragende wirtschaftliche Entwicklung aufweist. Über die konkrete Höhe der Forderung wird derzeit in den Betrieben beraten. Die Beschlussfassung erfolgt Mitte September in der Tarifkommission. Schon jetzt zeichnet sich in den Diskussionen ab, dass die Forderung höher liegen wird als in der letzten Tarifrunde 2007.

 

Werner Neugebauer, Bezirksleiter der IG Metall Bayern: „Die Gewinne der Unternehmen steigen, die Preise für Lebensmittel und Energie steigen dramatisch, jetzt müssen auch die Einkommen der Beschäftigten kräftig steigen.“

 

Der letzte Tarifabschluss brachte den Beschäftigten eine Einmalzahlung von 400.- Euro und ab Juni 2007 um 4,1 Prozent höhere Einkommen. Zum 1. Juni 2008 gab es eine nochmalige Einkommenssteigerung um 1,7 Prozent sowie eine zusätzliche Einmalzahlung in Höhe von 3,98 Prozent eines Monatsentgelts. Der laufende Tarifvertrag endet am 31. Oktober 2008. Zu diesem Zeitpunkt endet auch die Friedenspflicht

 

Altersteilzeit

Die Tarifkommission für die Metall- und Elektroindustrie in Bayern hat beim Vorstand der IG Metall die Kündigung des Tarifvertrages über die Altersteilzeit zum 30.09.2008 beantragt. Damit endet auch für diesen Tarifvertrag die Friedenspflicht am 31. Oktober (zeitgleich mit den Tarifverträgen zu Lohn und Gehalt). Damit ist die IG Metall Bayern in der Lage, diese Frage mit der anstehenden Lohn- und Gehaltsrunde zu verbinden.

 

Neugebauer verwies darauf, dass in der Metall- und Elektroindustrie nur die Hälfte der Beschäftigten (48,5 %) regulär das Rentenalter erreicht. Er nannte dies einen „Beweis für die hohen Belastungen am Arbeitsplatz“ und die „Notwendigkeit einer Neuen Altersteilzeit“ Neugebauer: „Die Älteren, die nicht mehr können, müssen in Rente gehen dürfen, flexibel bis zum 65. Lebensjahr. Altersteilzeit sichert damit auch den Einstieg Jüngerer ins Berufsleben“.

 

Die Verhandlungen zur Altersteilzeit wurden bereits im Rahmen der letzten Tarifrunde 2007 vereinbart. Nach bundesweit 18 Verhandlungsrunden, sieben davon in Baden-Württemberg, wurden die Verhandlungen dort ergebnislos beendet. In der siebten Verhandlung, am 27. Juni 2008 in Böblingen, stand die IG Metall kurz vor dem Abschluss. Doch dann sind die Arbeitgeber plötzlich zurückgerudert.

 

Neugebauer: „Die Arbeitgeber hatten ein Jahr ihre Chance, mit der IG Metall eine Verhandlungslösung zu erzielen. Stattdessen haben sie mit ihrer Rolle rückwärts die Tarifverhandlungen gezielt an die Wand gefahren. Wenn das auf dem Weg der Verhandlungen nicht funktioniert, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als dieses Thema mit der Lohn- und Gehaltstarifrunde zu verbinden. Die Beschäftigten brauchen endlich Klarheit, wie es mit der Altersteilzeit weiter geht.“

 

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