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05.01.2007
"Mitarbeiter angemessen bedienen"

Die Arbeitgeberverbände, allen voran Gesamtmetall als Vertreter des "Konjunkturmotors in Deutschland", gehen vor der Tarifrunde in einen schwierigen Spagat: Wie begründet man angesichts hervorragender Zahlen die Forderung nach möglichst niedrigen Einkommenserhöhungen?

Ver.di und IG Metall haben damit begonnen, sich für deutliche Erhöhungen zu positionieren, die IG BCE hat nachgezogen, von weiteren Gewerkschaften ist eine ähnliche Richtung zu erwarten. Der zweite IG Metall-Vorsitzende Berthold Huber erklärte, die Situation der Unternehmen sei "extraordinär gut, auch die Mittelständler haben keinen Grund zur Klage", zudem seien die Prognosen für 2007 "unumstößlich gut". Die Forderung für die rund 3,4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie werde daher über der des vergangenen Jahres (fünf Prozent) liegen. Den verfügbaren Spielraum sieht Huber mit Blick auf Produktivitätsentwicklung, Inflationsrate und die Situation der Branche bei 6,5 Prozent. Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane drückte die vorherrschende Auffassung aus: "Es ist allerhöchste Zeit, dass die Menschen wieder mehr Anteil an wachsendem Wohlstand bekommen"; auch der IG BCE-Vorsitzende Hubertus Schmoldt verwies auf das Anziehen der Konjunktur.

 

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser fällt es wie seinen Kollegen in anderen Arbeitgeberverbänden sichtlich schwer, an den recht eindeutigen Wirtschaftszahlen vorbei beschwichtigend Zurückhaltung zu fordern. Im Gespräch mit dem Südwestrundfunk erklärte er, zwar habe man 2006 "endlich wieder den Anschluss gefunden im Wachstum"; für 2007 allerdings erwarte sein Verband für die meisten Branchen zwar weiter eine positive Entwicklung, "allerdings nicht mehr in der selben Stärke und im selben Tempo." Interessant ist in diesem Zusammenhang auch seine Äußerung gegenüber der dpa, die gute Konjunktur der deutschen Metall- und Elektroindustrie im Jahr 2006 sei bereits im jüngsten Tarifabschluss berücksichtigt worden - da scheint man im Frühjahr 2006 emsig in eine hauseigene Kristallkugel geschaut zu haben.

 

Wo Gesamtmetall den Verhandlungsspielraum für 2007 sieht, will man offenbar wie bereits im letzten Jahr möglichst lange möglicht vage halten, um sich statt dessen in Pauschalermahnungen zu üben. Kannegiesser jedenfalls mag "über Zahlen jetzt überhaupt noch nicht spekulieren". Die Branche, das findet zumindest er, habe in der Vergangenheit "in guten wie in schlechten Zeiten immer wieder gezeigt, dass wir unsere Mitarbeiter fair an Ergebnissen beteiligen", und: "Eins ist jedenfalls sicher, unsere Betriebe sind bereit, Mitarbeiter angemessen auch zu bedienen in dieser Runde."

 

Einmalzahlung als Sahnehäubchen

Ein möglicher Einzelkonflikt zichnet sich bereits Frage ab, ob ein Abschluss wieder aus einer Erhöhung und einer Einmalzahlung bestehen wird. Kannegiesser sähe es, wen wundert's, gern, wenn die gute Konjunkturlage mit einer Einmalzahlung berücksichtigt würde. Berthold Huber hingegen lehnt eine solche Zweiteilung mit der Begründung ab, die Löhne und Gehälter müssten sich strukturwirksam erhöhen, da die Lebenssituation der Menschen nun einmal nicht von Einmalbeträgen abhänge. Eine Einmalzahlung könne daher nur "die Sahne obendrauf" sein.

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Tarifrunde 2012

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