Konzernumbau darf nicht zum Ausverkauf für Beschäftigte werden
(Pressedienst 04 / 2008) IG Metall und Gesamtbetriebsrat von Siemens Enterprise warnen vor einer Sanierung auf Kosten der Beschäftigten. Ein erheblicher Anteil der über 2.200 Arbeitsplätze bei der Siemens Tochter Enterprise Communications GmbH & Co.KG (SEN) in Bayern könnte von einem geplanten Verkauf und den derzeitigen Sanierungsabsichten betroffen sein.
Insgesamt will sich Siemens von bis zu 6.800 der weltweit 17.500 Beschäftigten durch Personalabbau, Partnerschaften oder Verkauf von Teilen der Netzwerksparte trennen. In Deutschland sollen 3.200 Arbeitsplätze von den Plänen betroffen sein.
Werner Neugebauer, IG Metall Bezirksleiter in Bayern: "Bis heute fehlt es an einem offensiven Gesamtkonzept. Nur Personal abbauen und verkaufen ist verantwortungslos. Mit der erreichten hohen Spitzentechnologie, der Kompetenz und zusätzlicher Geduld für absehbare Markterfolge sind andere Perspektiven für die Beschäftigten möglich."
IG Metall und Gesamtbetriebsrat erklären ihre Bereitschaft über Lösungen mit echten Perspektiven für die Beschäftigten zu verhandeln. Durch eine seit dem 23.1.2005 geltende tarifliche Sondervereinbarung sind für diesen Siemens-Bereich betriebsbedingte Kündigungen bis zum 30.9.2009 ausgeschlossen. Der Betriebsrat will in die Gespräche Ansätze einbringen, von denen eine nachhaltige Verbesserung der derzeitigen wirtschaftlichen Situation ausgehen kann.
Werner Neugebauer: "Anstelle von bisher rein kostengetriebenen Personalabbauplänen, die sich als wenig durchdacht erwiesen haben, muss Siemens jetzt ernsthaft an tragfähigen, zukunftsichernden Maßnahmen arbeiten."
Von jedem möglichen Investor erwarten IG Metall und Gesamtbetriebsrat eine tragfähige Strategie und ein Gesamtkonzept, das mit ausreichender Finanzkraft ein Optimum an Perspektive zu tarifvertraglichen Arbeitsbedingungen mit mehrjährigen Arbeitsplatzgarantien bietet.
Werner Neugebauer: "Nur mit wirklich tragfähigen Lösungen kann es eine Chance geben. Darauf werden wir achten. Wir hoffen, dass Siemens aus dem Desaster bei BenQ gelernt hat. "
Auf der Basis eines Gesamtkonzepts wollen IG Metall und Gesamtbetriebsrat mit Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan alle Möglichkeiten zu Umschulungen, Weiterbeschäftigungen auf anderen Arbeitsplätzen und ggf. auch Brücken in neue Arbeit durch Transfergesellschaften für die Beschäftigten durchsetzen, die von notwendigen Anpassungsmaßnahmen betroffen sind.
Siemens Enterprise (SEN) hat seinen Hauptsitz in Bayern mit ca. 1.700 Beschäftigten in München, außerdem ist SEN in Bayern mit einer größeren Niederlassungen in Nürnberg vertreten. In weiteren 12 Standorten gibt es kleinere Niederlassungen.


