DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach hat die Bundesregierung aufgefordert, tarifliche Teilzeitmodelle zu unterstützen und die geförderte Altersteilzeit zu erhalten. Die größte Belastungsprobe stehe noch bevor, erklärte Buntenbach anlässlich der neu veröffentlichten Arbeitsmarktdaten.
"Die aktuellen Arbeitslosenzahlen zeigen, dass der arbeitsmarktpolitische Schutzwall von Politik und Sozialpartnern bislang noch hält. Da jedoch die größte Belastungsprobe am Arbeitsmarkt noch bevorsteht, fordern wir die Bundesregierung auf, über die Kurzarbeit hinaus auch tarifliche Teilzeitmodelle zu unterstützen und die geförderte Altersteilzeit zu erhalten", erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach (Bild) am Dienstag in Berlin zu den Arbeitsmarktdaten für den Monat November.
Der DGB unterstützt Überlegungen insbesondere in der Metallbranche zu einer befristeten Arbeitszeitreduzierung im Rahmen von Tarifverträgen. Da die Einkommensverluste für die ArbeitnehmerInnen nicht hinnehmbar sind, muss ein Teillohnausgleich durch die Arbeitgeber stattfinden. Diese Aufstockungszahlung sollte nach dem Muster der Altersteilzeit steuerfrei sein.
Die BA-geförderte Altersteilzeit sollte als Beschäftigungsbrücke zwischen Jung und Alt fortgeführt werden. Sowohl Altersarbeitslosigkeit (plus 13,5 Prozent) als auch die Jugendarbeitslosigkeit (plus 10,9 Prozent) steigen im Vorjahresvergleich deutlich stärker als die allgemeine Arbeitslosigkeit (plus 7,6 Prozent). Der Austausch Jung für Alt über Altersteilzeit funktioniert. Rund 50.000 Jugendliche haben zuletzt über BA-geförderte Altersteilzeit ihren beruflichen Einstieg gefunden. Die Brücke muss wenigstens für die Dauer der Krise erhalten bleiben.
Schließlich ist die Lage ernster als es die offiziellen Zahlen suggerieren: Durch die Veränderungen bei der Statistik und wegen des Rückgangs des Arbeitskräftepotenzials um 135.000 scheinen die Arbeitslosenzahlen weniger deutlich anzusteigen. Doch das ist eine Fehlinterpretation – der Handlungsdruck ist weiterhin groß. Alles deutet darauf hin, dass das dicke Ende am Arbeitsmarkt noch kommt."



