Siemens-Chef Peter Löscher, antwortete auf die Frage, was er denn Siemens für das vor der Tür stehende Weihnachtsfest wünsche: „Zuversicht und Frieden“. Ein guter Wunsch, dem sich sicherlich viele Menschen anschließen können.
In einem Interview mit dem Handelsblatt formulierte Löscher klare Vorgaben im Zusammenhang mit dem von ihm initiierten Konzernumbau. Dieser komme gut voran. Siemens wolle und müsse verhindern, dass es erneut zu Korruptionsfällen kommt. Jetzt sei die Führungsverantwortung klar geregelt, und zwar von oben nach unten durch Einzelpersonen. „Das war in den vergangenen Jahren nicht so, da wurde Siemens von Gremien geführt.“
Die Führungskultur bei Siemens sei in den vergangenen Jahren nicht durchgängig gelebt worden, „darum ändern wir das“ gab sich Löscher energisch.
Entschuldigung aus Überzeugung
Angesprochen auf seine Entschuldigung bei den Beschäftigten, dem Betriebsrat und der IG Metall für die Zahlungen von Siemens an die AUB, verwahrte sich Löscher ausdrücklich gegen die Behauptung, diese sei ein Kniefall gegenüber der IG Metall gewesen: „Das ist absoluter Unsinn. Ich hätte mich nie entschuldigt, wenn es dafür keinen Grund gegeben hätte. Ich habe das aus Überzeugung getan.“
Zuversichtlich ins neue Jahr
Siemens-Chef Löscher geht offensichtlich zuversichtlich ins neue Jahr. Auf die Frage nach seinem Gespräch mit der amerikanischen Börsenaufsicht SEC und dem US-Justizministerium wegen der Korruptionsaffäre antwortete er: „Die Gespräche sind gut verlaufen, mehr möchte ich dazu nicht sagen.“
Selbst die Hypothekenkrise in den USA scheint Löscher nicht wirklich Sorge zu machen. Schwierigkeit für Siemens sehe er nur, wenn die Konjunktur weltweit einknickt: „Danach sieht es momentan aber nicht aus.“ Natürlich, kalkuliere auch Siemens eine Konjunkturabschwächung in den USA mit ein. „Aber das macht uns aus verschiedenen Gründen keine großen Sorgen. Denn einerseits legen die Schwellenländer nach wie vor enorm zu.“ Andererseits helfe Siemens die Abschwächung des Wachstums in gewisser Weise. Denn Siemens könne derzeit gar nicht so viel liefern, wie bestellt werde. „In vielen Bereichen sind unsere Kapazitäten voll ausgelastet. Nehmen sie nur die Windenergie, da ist die gesamte Branche ausverkauft. Auch Gasturbinen sind Mangelware.“



